Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659285
und 
Gewinnung 
Edelmetalls. 
des 
Verarbeitung 
Zum Auflösen des Goldes in Säure wendet man das soge- 
nannte Königswasser, eine Mischung von Salpetersäure und Salzsäure 
an, welche viel Chlor enthält. Jedem andern Körper widersteht 
das Gold. 
Das Silber ist selten in reinem Zustande, häufiger in Verbin- 
dung mit andern Metallen und als Erz über die ganze Erde verbreitet. 
In gediegenem Zustande findet es sich in Würfelform, in Drähten 
und Bäumchenform; verbunden gewinnt man es mit Gold, Kupfer, 
Antimon, Arsenik und Eisen, auch als Amalgam mit Quecksilber. 
Im Altertum galten Ägypten, Nubien und Griechenland als silber- 
reiche Länder: die Gruben von Laurium in Attika waren eine wesent- 
liche Einnahmequelle des Athenischen Staatsschatzes. Im Mittelalter 
Waren Nord-Ungarn, das böhmische und sächsische Erzgebirge und 
der Harz Hauptfundstätten. Die spanischen Silberfiotten, welche nach 
der Entdeckung Amerikas die ungeheuren Reichtümer der mexikanischen 
Bergwerke (Potosi, Guanaxerato) nach Europa brachten, führten eine 
Wesentliche Wertverminderung des Silbers herbei. In neuerer Zeit 
liefern die 1859 entdeckten Silberminen von Nevada, sowie andere 
Minen in den Vereinigten Staaten, in Bolivia, Chili und Peru grofse 
Mengen dieses Edelmetalls. 
Silber nimmt einen hohen Grad von Politur an und ist an der 
Luft nicht oxydierbar; die Farbenverändenmg, welche poliertes Silber 
häufig an der Luft erleidet, ist der Anwesenheit von Schwefel- 
wasserstoff in letzterer zuzuschreiben, mit welchem dasselbe das 
Schwarze Schwefelsilber bildet. Löslich ist Silber in Salpetersäure 
und kochender konzentrierter Schwefelsäure. 
Die Härte des Silbers ist der des Goldes überlegen, seine Dehn- 
barkeit geringer, aber immerhin noch so grofs, dass man ein Gran 
zu einem Faden von 126 m ausziehen kann. Sein spezifisches Ge- 
wicht beträgt je nach der Bearbeitung 1o,5-Io,6. Seine Schmelz- 
tßmperatur ist 9300 C. Unter Knallgasgebläsen kann das Silber ver- 
dampft werden und verbrennt mit grünlicher Flamme. 
Wie schon erwähnt, wird Gold und Silber in der Industrie selten 
rein angewendet, meist mit einem anderen Metall zusammengeschmolzen 
(lßgiert), welches sowohl dazu dient, dem Edelmetall die zur Be- 
ärbeitung oder zur Widerstandsfähigkeit nötige Härte zu geben, als 
auch gewisse künstlerische Anforderungen verschiedenartiger Färbung zu 
erfüllen. Gold wird im wesentlichen mit Silber und Kupfer legiert; 
über den Gehalt eines Metalls an reinem Gold, "Feingehalt", bestehen 
in verschiedenen Staaten gesetzliche Bestimmungen, welche diesen Ge- 
halt nach Karat, gleich dem vierundzwanzigsten Teil einer Mark 
Feingold ausdrücken. So hat das zu Schmuckgegenständen häufig 
verwendete "Dukatengold" 2 31[2-2 32f3 Karat Feingold, das am 
meisten in Deutschland zu Schmucksachen verarbeitete 18, auch I6 
und selbst nur I4 Karat. Eine neuere Bezeichnung drückt den Fein- 
1-2?
        

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