Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660577
132 
Abschnitt. 
Die 
Goldschmied ekunst 
der 
Werke 
birgt manche Erinnerung an diese früheste longobardische Kunst- 
entfaltung in der Stiftung der Königin Theodolinde (Anfang d. 7. jahr- 
hunderts), die eine Votivkrone, ähnlich denen von Guarrazar, und eine 
Evangeliendecke schenkte. Letztere (abgeb. bei Labarte, II, 38.) zeigt 
eine Einrahmung von jenen charakteristischen Edelstein-Cloisons in 
Kreisornamenten. Die im übrigen aus glattem Goldblech hergestellte 
Decke ist mit einem Kreuz belegt, welches mit zahlreichen Edelsteinen 
besetzt ist; in den vier Kreuzecken sind auf dem Grund vier ovale 
Kameen angebracht. Die Votivkrone ist leider durch eine Restauration 
im Iöjahrhundert etwas verändert. Diesen Stiftungen fügte Berengar V.  
in der zweiten Hälfte des 9. jahrhunderts diejenige der "eisernen 
Krone" hinzu, eines mit Stei- 
nen besetzten goldenen Stirn- 
G    reifs, der im Innern einen aus 
f:   einem Nagel des Kreuzes 
Z1:   L  Christi geschmiedeten eiser- 
    nen Reif birgt. Interessante 
W   "4 Verwandtschaft mit dem be- 
im  g   schriebenen Evangeliendeekel 
 von Monza zeigt in seiner 
    Almandin  Verzierung ein 
   Fund, der 1845 in Gourdon 
  in der Champagne gemacht 
{i Hi  wurde. Er besteht aus 611'161"- 
  fijx kleinen Vase mit Doppelhenkel 
,i  und einem viereckigen Plateau, 
 jjlirx dessen Rand ähnlich dem des 
u    Evangeliars ornamentiert, und 
Fig. a2. 'Zweihenkeliger Kelch aus dem s. Jahr- dessen Fläche mit eineln 
hundert Fund von Gßurdßn- ebensolchen Kreuz und vier 
  in Herzform geschliHenen 
Steinen besetzt ist (Fig. 62); jetzt in der Nationalbibliothek in Paris 
(s. Labarte, I, 35).  
Mag man nun bei diesen in ihrer Dekoration so merkwürdig 
übereinstimmenden Resten eine einheimische Kunsttradition der Wander- 
Völker, mitgebracht von den Ufern des Pontus, oder mag man eine 
unmittelbare Beeinflussung von Byzanz annehmen  unter keinen 
Umständen darf man aufser acht lassen, dass in dieser Hauptstadt 
sich in der in Rede stehenden Zeit ein Gold- und Silberluxus ent- 
wickelte, der an Massenhaftigkeit alles hinter sich liefs, was bis dahin 
erhört gewesen war, und der sicher nicht ohne Einfluss auf die übrige 
Welt blieb, die Byzanz ebenso als ihren Mittelpunkt zu betrachten 
gelernt hatte, wie es früher Rom gewesen war. Allerdings istwvon 
diesem ganzen Reichtum wenig erhalten, und wir sehen uns auf die 
eingehenden Nachrichten der Hofschriftsteller verwiesen, die an Ge-
        

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