Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660458
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Abschnitf. 
Werke 
Die 
der Goldschmiedekuxxst. 
hütte und ihre Ausstattung (2. Mosis, cap. 2 5 ff.) lassen uns auf eine 
hochgebildete Kunst der Edelschmiede schliefsen, die ihre Geräte, 
Möbel u. s. w. dadurch herstellen, dass sie einen entsprechend ge- 
schnitzten Holzkem mit aufgehämmertem Goldblech bekleiden. Die 
Arbeiten, welche Moses durch Bezaleel und Oholiab  wohl die 
ältesten uns erhaltenen Künstlernamen  auf Geheifs Jehovas aus- 
führen liefs, waren: die Bundeslade, der Gnadenstuhl mit seiner Be- 
gleitung von Cherubim, der Räucheraltar und der siebenannige Leuchter. 
Der Tisch (Altar) und die Bundeslade waren von Akazienholz mit 
einem Überzug von Goldblech; von massivem Feingold sollten die 
Opfergeräte sein: Schüsseln, Schalen, Kannen und Becher zum Spenden. 
Vom siebenannigen Leuchter, an dem jedes Rohr drei "Mandel- 
blütenkelche mit Knoten und Blumen" enthalten sollte, erfahren wir, 
dass derselbe nebst Lichtschneuzen und Lösch- 
  hörnern gerade I Zentner Feingold wiegen sollte; 
 dies ist auch das einzige dieser Geräte, von dem 
  uns eine bildliche Darstellung überliefert ist. Aller- 
, r dlllgS spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass 
 K?     das im Titusbogen vorhandene Reliefbild des 
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wliblgldllfßi-i_ "wir sondern den von Ptolemaeus Philadelphus ge- 
iii-lihijl  lliup-llilljllff stifteten darstellt. (Fig. 54.) 
 "J  Auch anderwärts in Vorderasien begegnet 
  i uns die Vorliebe für eine Bekleidung mit Blechen 
 aus edlen Metallen. Philostratus des Alteren 
  . "l  B h hrih der Kdiiirebrire zu B bl 1 läst 
Fug. 54. Der siebenarmige esc rel g z: c a l O1 55 
äälliägriaäaclgiglfsrblflgir; uns Getäfel der Innenräume vermuten, das mit 
zu Rom. solidem Gold bekleidet gewesen, und in den Dar- 
stellungen assyrischer Möbel und Wagen auf den 
Alabastertafeln von Niniveh will Semper einen durchgebildeten Holzstil 
mit Metallblech-Bekleidung erkennen. Die Königsburg von Ekbatana in 
Medien wird von Polybius als von Gold- und Silberblech weithin 
glänzend geschildert, das nicht nur alles Holzwerk aus Zedern- und 
Zypressenholz, sondern auch die Ziegeln der Mauern und Dächer 
bekleidete. Ähnlich über einen Holzkern gearbeitet. müssen" wir uns 
auch das "goldene" Kolossalbild des Bel zu Babylon denken, ebenso 
wie die I 50 Ruhelager und Tische von Gold,vrelche nach Athenaeus 
den Scheiterhaufen des Sardanapal geschmückt hätten. 
Was uns die Homerischen Dichtungen von der Goldschmiede- 
kunst der Griechen in vorhistorischer Zeit erzählen, ist mit Vorsicht 
aufzunehmen, als Übertreibungen, wie sie der Fantasie der Dichter 
eigen zu sein pflegen. Immerhin können wir aus gewissen Zügen 
auf eine ziemlich weitgehende Verwendung von Gold und Silber im 
Hausrat der Fürsten und Edlen schliefsen. Von goldüberzogenen 
Möbeln spricht der Beiname "Chrysothronos", die Goldthronige, der
        

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