Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660279
102 
Abschn 
Die 
Werke 
Goldschmicdekuxist. 
allen Ritterorden die Neigung, das Datum der Gründung in die graueste- 
Vergangenheit hinaufzurücken; bei den meisten findet sich jedoch ein 
unserer Zeit näher liegendes Datum einer Statutenrevision, das uns 
in den meisten Fällen statt jenes Gründungsdatums dienen muss. 
Thatsächlich einer der ältesten Orden scheint der im früheren 
sizilianischen und sardinischen Königreich dornizilierte Konstanti- 
nische St. Georgs-Orden zu sein, der ursprünglich als das vom 
Kaiser Konstantin den Wächtern des Labaruin, der ersten Kreuzfahne, 
verliehene Abzeichen galt. Seine Reorganisation geschah bereits im 
Jahre 1191 durch den oströmischen Kaiser Isaak Angelus Flavius 
Comnenus, in dessen Familie auch, als sie nach der Eroberung 
Konstantinopels durch die Türken 1453 nach Italien auswanderte 
und den Namen Angeli annahm, die Grofsmeisterwtirde und das 
Recht des Ritterschlags blieb, zumal nach der Bestätigung dieses 
Rechtes durch die Päpste Paul III. und Julius III. Der letzte Spröfs- 
ling der Kaiserfamilie übertrug 1697 die Grofsmeisterivürde an den 
Herzog von Parma Franz I. Farnese. Die Ordenskette des Konstanti- 
nischen St. Georgs-Ordens (Fig. 43,1) besteht aus I5 Gliedern, ein 
griechisches Kreuz auf einem Lorbeerkranz darstellend, in dessen 
Mitte sich eine Scheibe mit dem griechischen Monogrzunm Christi 
und dem Alpha und Omega benndet. An einem gröfseren Mittelglied 
mit den gleichen Abzeichen hängt die Figur des Drachentöters St. Georg. 
Ein thatsächlich alter Orden ist auch derjenige des heil. Jakob 
vom Schwert in Spanien, der ebenfalls in die Urzeiten des Christen- 
tums zurückgeführt wird, im Jahre 1030 aber schon mit Grofsmeister- 
Komtureien und Kommandeurs historisch nachweisbar ist. (Fig. 43, 5.) Bei 
einer Reorganisation I 170 erhielt er mehr geistlichen Charakter, verlor 
aber später sehr an Ansehen. Die ihm angehörigen Ritter trugen keine 
Ordenskette, sondern nur das Abzeichen, ein rot emailliertes Kreuz, 
welches an einen Schwertgriff erinnern sollte, an einer dreifachen 
goldenen Kette um den Hals. Die übrigen sehr zahlreichen spa- 
nischen Orden, wie derjenige der Malteser, der von Calatravzi u. s. w., 
hatten ursprünglich ebenfalls keine Ordensketten; die jetzt existierenden 
tragen den Stempel ihrer späteren Einführung im I8. Jahrhundert. 
Der schwedische Serafinen-Orden (Fig. 43, 8) soll 1260 durch 
König Magnus LfLadislaus) gestiftet sein. Historisch festgestellt ist, 
dass sein Enkel Magnus Erichson bei seiner Krönung 1536 bereits viele 
Ritter dieses Ordens schlug, ebenso wie Johann II. 1497. Das Ab- 
zeichen ist ein achtkantiger, weil's emaillierter Stern mit acht Gold- 
perlen auf den Spitzen, die Arme belegt mit goldenen Patriarchen- 
kreuzen, darin ein rautenförmiges, blau exnailliertes Feld mit dem 
Namenszug J. H. S., umgeben von 4 Serafinenköpfen. Die Kette be- 
steht abwechselnd aus II blau emaillierten Patriarchenkreuzen und 
 II Serafinenköpfen in Gold. Der Schwertorden, 152-2 von König 
Gustav Wasa I. gestiftet, hat eine Kette aus Schwertern im Gehänge,
        

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