Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660209
Das 
Geschmeide. 
Renaissance u. 
Spätzeit. 
Vielfache der Antike entlehnte allegorische Figuren. Auch die christ- 
liche Allegorie ist nicht ausgeschlossen: neben der häufig dargestellten 
Caritas, einer weiblichen Gestalt mit zwei Kindern, oder ihrem Symbol, 
dem Pelikan, kommt Glaube, Liebe, Hoffnung, St. Georg, der Drachen- 
töter, und besonders häufig die Verkündigung vor. Abweichend von 
dieser Gattung von Anhängern, die immer eine geschlossene Kom- 
position bilden, sind diejenigen, welche aus einer einzelnen Figur ge- 
bildet werden, mag dies nun ein Adler, eine Taube (Symbol des 
heil. Geistes), ein Löwe, Dromedar, Hund oder Seeungeheuer sein. 
Meist giebt eine Monstreperle zu solchen Bildungen Anlass, die dann 
in häufig überraschend geschickter Weise in den Rumpf oder die 
Il3rust dieser Gestalt einge- 
ügt ist. Sehr anmutig sind  , 
in dieser Art häufig Sirenen  
gebildet, von denen das  
Rothschild-Museum zwei be- -  a 
sitzt. Für die seltsamsten   
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Bildungen von Drachen,   
Fischen, Hähnen, Papa-    
geien etc. bieten viele Samm- ß, iillßl] i'll   
lünven vor allem neben der .30  Eid-Pin   Iyllälre. 
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othschildschen auch das QM k, 73  fyuävgällgkfq, 
Grüne Gewölbe genügsam  Bär-g;   
Beisbiele.  
1  Eine Besonderheit viel-  
eicht venezianischer Her- ' '  TV"   "ü ii-a 
kunft bilden die Anhänger,    Jjhn  
Welche ein an Kettchen 5'"   
hängendes Schill darstellen, l     
wobei die Form des alten  154 
Iiriegsschiffs mit hochge- Fig. 37. Anhituger in Fom enes Schiffes im 
bautem Heck und gl-Qfsef Rothschild-Museum. 
Schiifslaterne streng einge- 
halten wird. Eins der schönsten, ein reich emailliertes Stück von 
81], cm Höhe, besitzt ebenfalls das Rothschild-Museum. (Fig. 37.) 
In der Wiener Schatzkammer befindet sich ein ähnliches Stück in 
I'l0rm einer Gondel, von zwei Ruderern geführt, deren Insassen von 
einem Mandolinspieler unterhalten werden. 
Gewiss bestanden in den uns oft befremdlich und spielend vor- 
kommenden Motiven dieser Anhänger Beziehungen, die uns heute 
unverständlich sind; ein nicht geringer Teil derselben waren Gnaden- 
gßschenke von Fürsten, sogenannte "faveurs", die zur Belohnung be- 
stimmter Dienste verliehen wurden zu einer Zeit, da die Hausorden 
der Fürsten noch nicht gestiftet waren. Leider liegt über der frühesten 
Geschichte der Orden, die in diese Zeit fällt, von denen aber nur
        

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