Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660160
Das 
Geschmeide. 
Renaissance 
Sp ätzeit. 
als Gürtelschloss, Kleiderbesatz oder Kettenglied zu betrachten. Doch 
Wird, auch wenn die Gesarntform noch kreisrund ist, nicht selten 
die zentrale Komposition dadurch verwischt, dass eine ligürliche Scene 
in die Mitte gesetzt wird. Am meisten bleiben der alten Form die- 
jenigen Anhänger treu, deren Hauptteil ein geschnittener Stein oder 
eine Medaille bildet, wobei oft die Fassung zu einem kleinen mit 
aufgesetzten Ornamenten belebten Rahmen einschrumpft. Die zum 
Teil meisterhaften Beispiele für diese letztere Art von Anhängern 
muss man meist in den Münz- und Medaillenkabinetten suchen, denen 
Sie durch den überwiegenden Wert des betreffenden Mittelstücks zu- 
gewiesen werden. 
Im allgemeinen kann man sagen, dass der in geschlossener mehr 
Zentraler Form komponierte Schmuck dieser Gattung mehr der 
italienischen Kunst angehörte, wo es lange Zeit gebräuchlich blieb, 
die figürlichen Darstellungen, auch nachdem man gelernt hatte, die- 
selben als vollständige Freigruppen auszuführen und zu emaillieren, 
auf einen ruhigen Hintergrund von Jaspis, Lapis oder einen andern 
Edelstein aufzusetzen. Dass derartig montierte Schmuckstücke in 
allen Museen und Schatzkammern auf den Namen Cellini getauft 
Sind, darf uns nach der renommierenden Lebensbeschreibung diese; 
Künstlers ebensowenig wundern, wie es uns gegen seine Zeitgenossen 
ungerecht machen darf, unter welchen wir als ältere Meister Giovanni 
Turini aus Siena, Antonio Pollajuolcw, den Florentiner, den Mailänder 
Ambrogio Foppa, genannt Caradosso und Cellinis Meister, Michelangelo 
di Viviano, nennen, während mit ihnen gleichzeitig der Mailänder 
Girolamo del Prato und die drei Brüder Piero, Giovarmi und Romolo 
del Tavolaccio als Geschmeidekünstler Ruhm erwarben. Als Eigen- 
üimlichkeit der nordischen (deutschen, flamändischen, französischen 
und englischen) Anhänger dieser Zeit kann man eine reiche, bisweilen 
llnmhige Silhuette bezeichnen. Wenn dieselbe sich auch im ganzen 
in rauten- oder herzförmigen Linien bewegt, so liebt man es, diese 
Linien durch Ranken, heraustretende Flügel von Vögeln oder Engeln, 
durch Obelisken oder dergleichen zu durchbrechen. Die eigentlichen 
Kartuschenformen, die Schilder mit aufgerollten Rändern, bilden eine 
besondere Gruppe, welche der zweiten Hälfte des 16. und dem An- 
fang des I7. Jahrhunderts angehörte. Die Verdoppelung des Rahmens 
Welche dem Kartuschenwerk eigentümlich ist und zu mannigfachem 
verschlingen und Durchdringen Anlass gibt, wird mit Hilfe verschieden- 
farbiger Emaillierung hierbei mit Vorliebe ausgenutzt. Besonders sind 
ES die Kettenglieder und die schlossartigen Mittelstücke, welche oft zur 
Aufnahme des Anhängers den Ketten eingefügt werden, die uns hier- 
für schöne Beispiele liefern. Unter den Kleinmeistern sind es beson- 
ders Du Cerceau und Dan. Mignot, welche dies Kartuschen-Genre 
kultivieren. 
Nicht eben häufig haben die Meister des Renaissance-Schmucke
        

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