Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1657678
Vierter 
Abschnitt. 
Die 
Hauptgebiete 
der 
Kunstschmiedetechnik. 
G itte rwerke 
und 
Geländer. 
Wie die Betrachtungen des vorangegangenen Abschnittes gezeigt 
haben, erscheint das Verwendungsgebiet des Schrniedeisens in den 
verschiedenen Stilperioden gewissen Wandlungen und Verschiebungen 
ausgesetzt. Zu denjenigen Gegenständen, die so ziemlich ohne Aus- 
nahme zu allen Zeiten in Schmiedeisen gefertigt wurden, gehören die 
Geländer und Abschlufsgitter. Wenigstens gilt dies von der Zeit des 
Mittelalters ab bis auf heute. Die Antike dagegen scheint von 
schmiedeisernen Gittern keine Anwendung gemacht zu haben, da 
darauf hinweisende Angaben bei den alten Schriftstellern fehlen und 
entsprechende Fundstücke auch nicht vorliegen. Wo sich auf V asen- 
gemälden oder auf Skulpturen gelegentlich einmal Vergitterungen 
vorfinden, sind sie derart gehalten, dafs der Gedanke ebenfalls nicht 
auf Schmiedeisen als Ausführungsmaterial gelenkt wird. 
Vom frühen Mittelalter an treten dagegen schmiedeiserne Ver- 
gitterungen auf, zunächst allerdings in einfacher und kunstloser Form, 
wie dies der Sachlage auch entspricht. Die Fenster und Licht- 
öffnungen waren klein und bestanden vielfach aus schiefsscharten- 
ähnlichen Schlitzen, so dafs von grofsartigen Vergitterungen schon an 
und für sich nicht die Rede sein kann. Die Abschlüsse für Brüstungen, 
Balkone und ähnliches wurden monumental in Stein ausgeführt, SO 
dafs in dieser Hinsicht das Schmiedeisen keine Rolle spielte. Auch 
für Thüren und Thore kam das Gitterwerk kaum in Betracht, da 
diese Verschlüsse der Hauptsache nach in schweren, eisenbeschlagenen 
Holzflügehr bestanden. Die frühesten, auf künstlerische Ausführung
        

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