Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1657220
technil; um besten entspricht, wenn sie auch nicht immer die einfachste 
ist. Da der betreffende Vorgang weiter oben geschildert wurde, so 
mißge hicr die Bemerkung genügen, dafs für Gitter und ähnliche 
Kunstschmiedezu-beiten das Anschweiisen hauptsächlich da eintritt, 
Wo eine Ranke oder zidere Verzierungsfo1'1n sich in zwei oder mehr 
'l'eile spaltet, wie dies Figur 15 veranschaulicht. 
Das Löten oder I-Iartlöten (zum Unterschied vom Weichlöten 
mittelst Zinn) gibt eine Verbindung, die das Hämmern und Biegen 
bis zu einem gewissen Grad aushitlt. Als Lot dienen Kupfer oder 
lilcssing, und wo bei feineren ltunstgexverblichen Arbeiten die rote. und 
gelbe Farbe StÖTfT-ll würde, ausnahmsweise auch Silber. Die zu 
lötenden Teile müssen metallisch rein und frei von Oxyd sein; man 
verpackt die Lötstellen in Lehm, der mit Pferdemist bindender ge- 
macht wird, und benutzt als Lotmittel wasserfreien Borax oder Glas- 
pulver. Zum Löten ist Glühhitze erforderlich. Kleine Gegenstände 
lötet man unter Anwendung des Lötrohres, grofse auf Holzkohlen- 
oder Koksfeuer. Die Ver- 
bindung tritt ein, wenn  
das Lot zu schmelzen be- 
ginnt, was sich durch 
Grünfärben der Flamme 
anzeigt. Damit die zu " 
lötenden Teile während 5 
des Prozesses ihre Lage 
beibehalten, findet ein Zu-  
Sammenbinden mit Draht, 
eine ])1'OViSOI'iSCl16 VCITIiC- Fig. I5. Beispiele von Anschweifsung. 
tung etc. statt. 
Durch Verkitten läfst sich eine solide Verbindung nur da er- 
zielen, wo die Einzelteile durch Ineinanderpassen schon eine gewisse 
Festigkeit erhalten, wie dies beispielsweise bei übereinandergeschobenen 
Rohren der Fall ist. Aufserdem bedient man sich des Einkittens 
zur Befestigung von Eisen in Stein und anderen Materialien. 
Das Nieten ist eine der meist verwendeten Verbindungsarteir. 
Durch die N ietimg lassen sich Teile sowohl fest als drehbar vereinigen. 
Entweder bildet der eine Teil den N ietzapfen, während der andere 
das Nietloch enthält (Fig. 16a) oder, und dies ist der meist vor- 
kommende Fall, beide Teile haben Nietlöcher, durch welche ein 
besonderer Nietnagel durchgeschoben wird. Der Nietnagel ist ent- 
weder ein cylindrischer Stift, der beiderseits verhämniert wird (Fig. I 6b), 
oder er hat einerseits einen Nietkopf, während das andere Ende ver- 
llämmert wird (Fig. Iöc), oder es wird auch an diesem Ende ein 
Nietkopf mittelst des Nietstempels angestaucht, indem man den 
vorhandenen Nietkopf (Setzkopf) in ein Gesenke legt, damit er nicht 
verhämmert wird (Fig. IÖLl), oder es können schliefslich beide Köpfe
        

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