Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1657202
und Bearbeitung. 
XVerkzeuge 
halten wird oder  und dies ist das einfachere und billigere, aber 
auch minder solide Verfahren  der Untergrund wird durch Liniierung 
und Schraffierung mit dem Stichel derart anfgerauht, dafs die aufzu- 
schlagenden Verzierungen direkt haften. Der freibleibende Grund 
wird nachträglich wieder glatt gemacht und eingeebnet. 
Das Emaillieren, d. h. das Aufschmelzen von Glasflüssen, findet 
auf eiserner Unterlage bis jetzt nur Anwendung für Kochgeschirr, 
Firmentafeln, Badewannen etc., also nur für Gebrauchs- und nicht 
für Kunstgegenstände. 
Zur Erzielung vollständig ebener und blanker, glänzender Flächen 
Wtrndet man das Schaben, Schleifen und Polieren an. 
Das Schaben geschieht mit dem Schabstahl, der verschieden- 
Plftig gestaltet sein kann, stets aber eine scharfe, tadellose Schneide 
haben mufs. Man vermerkt die wegzuschabenden Erhöhungen am 
Pinfachsten, indem man die betreffende Fläche auf einer mit Farbe 
bestrichenen, völlig ebenen Richtplatte hin- und her-bewegt. 
Das Schleifen geschieht entweder mit Handschleifsteinen 
oder am drehbaren Schleifstein, trocken oder" nafs. Aulserdem 
dienen zum genannten Zwecke Schmirgelscheiben, Bimsstein, 
Schmirgelpapier und Schmirgelleinwand, sowie pulverisierter 
Schmirgel und Hammerschlag, mit Öl auf Holz, Leder oder Blei 
aufgetragen. 
Das Polieren verleiht dem Arbeitsstück denjenigen Grad der 
Glätte, der als Glanz bezeichnet wird. Es ist ein fortgesetztes 
Schleifen mit feinen Pulvern, die mit Branntwein oder Öl auf weiche 
Leder- oder Wolllappen aufgetragen werden. Als Polierpulver eignen 
sich Wiener Kalk, Tripel, Zinnasche, rotes Eisenoxyd (Polier- 
m) u. a. Aufserdem kann das Polieren durch Anwendung von 
Polierstählen und Blutsteinen erfolgen, wobei eine Niederdrückung 
der Unebenheiten in das Material bewirkt wird. Die Form der in 
Holzgriffen befestigten Stähle richtet sich nach der Form des zu 
polierenden Gegenstandes. Rotationskörper werden am bequemsten 
auf der Drehbank geschliffen und poliert. 
Da Eisen und Stahl sich unter der Einwirkung der atmo- 
Sphärischen Luft, besonders der feuchten Luft, und unter Zutritt von 
Wasser sehr bald mit Rost überziehen, so schützt man die Oberfiäche, 
indem man sie mit anderen Metallen überzieht, indem man sie brü- 
niert, anschwärzt oder abbrennt, oder mit Firnis oder Ölfarbe an- 
Streicht. Alle diese Prozesse setzen, wenn die Wirkung eine erfolg- 
YCiChe sein und das Rosten unter dem Überzug vennieden werden 
soll, eine gründliche Reinigung vom Zunder etc. und möglichst metallisch 
reine Oberfläche voraus, was durch das Decapieren erzielt wird. 
Das letztere besteht im allgemeinen darin, dal's man die Gegenstände 
beizt, d. h. mit verdünnter Schwefelsäure behandelt, ausglüht und 
durch Bürsten und Abkratzen reinigt. 
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