Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1657184
Werkzeuge 
Bearbeitung. 
und 
Abbiegen im rechten Winkel erfolgt durch Herumschlzigen tiber eine 
Kante des Ambofses oder des kantigen Hornes, oder vermittelst 
Einspannen im Schraubstock. Runde Biegungen werden am runden 
Horn oder auf kegelförmigen Dornen bewirkt. Zum Rundbiegen dient 
ferner die Sprenggabel, ein Instrument, welches in den Schraubstock 
eingespannt wird und nach oben in zwei cylindrische Zapfen endigt, 
welche die Gabel bilden. Für spiralige Windungen und andere in 
der Kunstschlosserei häufig vorkommende Formen benutzt man be- 
sonders angefertigte Kerne, um welche die V oluten herumgebogen 
werden. Diese Kerne haben die nämliche Form wie das zu biegende 
Stück und sind um die Eisenstärlae des letzteren kleiner resp. enger 
gewunden und meist aus einem stärkeren Flacheisen hergestellt. Grofse 
flache Rundungen werden dadurch erzielt, dafs man das an zwei 
Stellen aufliegende Eisen in der Mitte nach unten schlägt. Bleche 
werden am besten auf Biegwalz- und Umkantmaschinen gebogen 
und umgekantet. 
Unter Treiben versteht man das Ausbiegen zu kugeligen Run- 
dungen, den sog. Buckeln. Man kann das Eisen in glühendem 
Zustande treiben, indem man es in entsprechende Gesenke einhaut. Das 
Treiben im kalten Zu- 
stande erfolgt mit dem 
Treib- oder Knopf- 
hammer oder entspre- 
chenden Setzhämmern _1l "i 
auf einer Unterlage von r   
Holz oder Blei. l ffmw. 
Grofse, Hache Wöl-   
bungen werden erzielt, Wmw" i 
indem man das be-   
treffende Blech von der   i" 
Mitte aus nach dem i  IQ: 
Rande zu fortschreitend  Fig 14_ Pyelleigen, 
aushämmert (Auftiefen). 
Für feinere Arbeiten stellt man kleine Buckeln auch durch ein 
Spezielles Instrument, das Prelleisen, her, welches in Fig. I4 abge- 
bildet ist. Dasselbe wird im Schraubstock _oder auf besonderem Klotz 
befestigt. Durch Aufschlagen mit dem Hammer in der Nähe der 
Befestigungsstelle federt der Arm, dessen umgebogene Spitze die 
Buckeln in das darauf niedergedrückte Arbeitsstück einhaut. Der 
Obere Teil dient als Zeiger, damit die Erhöhungen an den richtigen 
Ort kommen. 
Das Drücken von Blechen zu schüssel- und andersförmigen 
Rotationskörpem geschieht auf der Drehbank, indem man das Material 
1111i dem Drückstahl in entsprechende Formen oder Modelle hin- 
eindrückt. 
Meyer, Schmiedekunst. 3
        

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