Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656994
Erster Abschnitt. 
Verkauf. Für gewöhnliche Dimensionen und Qualitäten ist ein Ein- 
heitspreis angenommen; für genaues Mais, gröfsere Formate, bessere 
Qualität und bestimmte Facon werden Überpreise zugeschlagen. 
In Bezug auf die Dicke unterscheidet man schwere, Mittel- 
und Feinbleche. Zur ersteren Art gehören die Pan zer- und 
Schiffsbleche, die Kesselbleche, Reservoirbleche; die Mittel- 
und Feinbleche sind entweder Schwarzbleche (Sturzbleche) oder 
Weifsbleche (verzinnte, verzinkte, verbleite Bleche), Man be- 
zeichnet sie häufig nicht nach ihrer Dicke in mm, sondern nach 
Zeichen oder den Nummern irgend einer Lehre. So hat die deutsche 
Lehre 26 Nummern. N0. I hat eine Dicke von 5,5 mm, N0. 26 
eine solche von 0,37 5 mm; die Dicke der dazwischen liegenden 
Nummern steigt nicht gleichmäfsig, sondern bei dünnen Blechen mit 
kleineren Differenzen als bei den dickeren. (Vergleiche Tabelle im 
Anhang.) 
Für die Kunstschlosserei kommen aufser den gewöhnlichen 
Blechen wohl nur noch in Betracht die gelochten oder perforierten 
Bleche, die teils zu technischen Zwecken, teils zu dekorativer Ver- 
wendung mit hübschen Mustern fabrikmäfsig hergestellt werden. 
Die Fehler der Bleche sind Schalen, Blasen, Schiefer, 
Splitter und Doppelblech (unganzes Innere infolge mangelhafter 
Schweifsung). Unganze Stellen verraten sich beim Anklopfen mit dem 
Hammer durch den dumpfen Ton. Im übrigen ergibt sich die 
Qualität durch die Biegprobe, wozu hier noch bemerkt sein mag, dafs 
die Festigkeit in der Richtung des Walzens eine gröfsere ist als quer 
zu derselben. 
Der Draht, wie die Bleche sowohl aus Schmiedeisen als aus 
Stahl hergestellt (fil de fer, fil d'acier; iron-wire, steel-wire) wird 
erst gewalzt und dann gezogen, indem er der Reihe nach enger und 
enger werdende, konische Stahldurchlochungen durchläuft und dabei 
in ringförmige Gebinde aufgehaspelt wird. Der Draht ist blank, 
wenn er nach der letzten Durchziehung nicht ausgeglüht wird, und 
dabei elastischer als der ausgeglühte, schwarze Draht. Aufserdem 
findet auch wohl eine Verzinkung, Verzinnung, Verkupferung oder 
Vemickelung statt. Fehlerloser Draht soll unveränderten Querschnitt, 
keine Schieferungen auf der Oberfläche und keine Risse im Innern 
haben. Das gewöhnliche Profil des Drahtes ist das kreisrunde. Für 
bestimmte Zwecke werden auch andere Querschnitte zu Grunde ge- 
legt. Nebenbei sei hier erwähnt, dafs die Chinesen und Japaner 
den rechteckigen 'Querschnitt mit Vorliebe verwenden. 
Die Benennung der verschiedenen Drahtsorten geschieht häufig 
nach der Verwendung (Drahtstiftendraht, Kesseldraht, Klavierdraht, 
Kartätschendraht, Blumendraht) oder nach eingebürgerten, technischen 
Ausdrücken (Ketten, Schleppen, Rinken, Malgen, Memel, I Band, 
2 Band etc.) oder nach den Nummern irgend einer der in Übung
        

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