Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656966
Material. 
Bezug auf das 
Chemisch-Technologisches 
fällen läfst. 3. die Biegprobe, wobei der eingespannte Stab mehr- 
mals hin und hergebogen wird, bis er bricht; die Anzahl der hierzu 
erforderlichen Durchbiegungen läfst auf die Qualität schliefsen; hartes 
Eisen knistert beim Biegen, weiches nicht. 4. die Ausschmiede- 
Prßbö; das Eisen wird glühend ausgehämmert und mufs bei guter 
Qualität eine messerartige Schneide ermöglichen. 5. die F eil- und 
Aflprobe; das Eisen wird blank gefeilt und mit verdünnter Säure 
angeätzt, wobeiAdern und Risse deutlich zu Tage treten. Aufserdem geben 
Festigkeitsbestimmungen durch Belastung sowie die unbeschnittenen 
Enden der Stäbe einen Anhalt für die Qualität. Der praktische 
Schlosser verläfst sich übrigens meist auf das "richtige Gefühl"  
unter Umständen eine genügende, ebenso oft wohl auch eine unzu- 
verlässige Schätzung. In Bezug auf die Dimensionen und die Richtig- 
keit des gewünschten Profils überzeugt man sich durch Abmessen mit 
dem Kalibermafs, durch Überstreifen von Schablonen u. s. w. 
Das 
schmiedbare 
Gufseisen. 
Während beim Herdfrischen und Puddeln das Roheisen in ge- 
schmolzenem Zustande entkohlt wird, so kann ein ithnlicher" Vorgang 
in Bezug auf den festen Aggregatzustand durch das Glühfrischen 
erzielt werden. Der für die Praxis in Betracht kommende Prozels ist 
folgender: Kleine Gufsstücke werden in kubischen oder cylindrischen 
Kasten aus Eisen mit sauerstodhaltigen Körpern (gewöhnlich wird ein 
pulverisiertes Eisenoxyd oder auch Hammerschlag verwendet) langsam 
geglüht und abgekühlt, wobei dem Gufseisen ein Teil des Kohlen- 
Stoffes durch den Sauerstoff entzogen wird. Da nur amorphe Kohle 
fäxydiert wird und im grauen Roheisen die Kohle zum grofsen Teil 
ln der Form von Graphitplättchen sich vorfindet, so erstreckt sich die 
Anwendung des Verfahrens nur auf den weifsen Eisengufs. Die ent- 
kohlten Gufsstücke, fertige Gegenstände, Geländer- und Beschläg- 
teile etc. sind eine Art Mittelding zwischen Gufs- und Schmiedeisen 
und lassen sich dementsprechend bearbeiten. Das Verfahren ist nicht 
11611, obgleich erst neuerdings ein gröfserer Gebrauch von demselben 
gemacht wird. 
Nicht zu verwechseln ist dasselbe mit dem Tempern oder 
AdOUCiGICD. Dieses besteht in langsamem Erhitzen und Abkühlen 
und hebt auf physikalischem, nicht chemischem Wege die im Gufs 
Vorhandene Spannung auf und ändert resp. mindert seine Sprödigkeit, 
ähnlich wie das beim Anlassen des Stahls ja auch der Fall ist. Da 
qlö Aufserlichkeit des Verfahrens eine ähnliche, werden im gewöhn- 
hchell Sprachgebrauch die Begriffe öfters verwechselt und fälschlich 
bezeichnet. 
DR dem Glühfrischen und dem Tempern hauptsächlich Schlofs- 
und Beschlägteile, Lanzenspitzen und ähnlicher Aufputz für Gitter und
        

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