Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658725
der Kunstschmiedetechnik. 
Die Hauptgebiete 
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verhältnismäfsig einfach gehalten sind, zeigen die später auftretenden 
Burgunderhelme und Sturmhauben ("boui-guinote" und „m0rion") oft 
eine geradezu überreiche Ausstattung. 
Unter den Angriffswaffen sind das Schwert und der Degen 
die wichtigsten und allgemeinsten. Wie weit auch Gröfse und Aus- 
stattung dieser Hieb- und Stichwaffen verschieden sein mögen, es 
kommen stets drei Teile in Betracht: I) die Klinge, ein- oder 
zweischneidig, nach dem freien Ende, dem sog. Ort, hin mehr oder 
weniger sich zuspitzend, meist gerade, seltener gebogen (Säbel), hin 
und wieder Hammenförmig, zur Verringerung des Gewichtes mit sog. 
Blutrinnen versehen, meist unverziert oder nur mittels Gravierung 
oder Ätzung geschmückt; 2) der Griff oder das Gefäfs, die Angel 
der Klinge umfassend und mit Knauf, Parierstange, Stichblatt 
oder Korb versehen; 3) das Gehäuse oder die Scheide mit 
oder ohne Gehänge zur Befestigung. Selbstverständlich sind es 
GriH und Gehäuse, denen sich die Ornamentation hauptsächlich 
zuwendet, vielfach unter Beiziehung anderer Materiale. Auch hier 
sind es mehr die Prunk- als die eigentlichen Gebrauchsstücke, welche 
für uns in Betracht kommen; insbesondere sind zu erwähnen die 
vielfach mit ganz bedeutender Mühe in Eisen geschnittenen Griffe, 
wie sie sich in gröfseren Waffensammlungen überall finden. (Vergl. 
die Figuren 182-184.) 
Der Dolch ist ein Schwert im kleinen, ein verkürztes Schwert, 
bei dem der Querarm wegbleibt oder verkleinert und reduziert auf- 
tritt. Er erhält wohl hin und wieder ein Stichblatt, aber nie einen 
Korb. Unter den Ornamentationen des Gehäuses sind die Dar- 
Stellungen der sog. Totentänze ein gern und oft verwendetes Motiv. 
Einen Dolchgriff zeigt Figur I8 5. 
Zu dem reichhaltigen und vielgestaltigen Apparat der Angriffs- 
waffen des Mittelalters und der Renaissance gehören dann fernerhin: 
Spiefse und Lanzen, Holzschäfte mit blatt- oder pfriemenförmigen 
Eisenspitzen; die Partisanen, Spiefse mit flachen Klingen und 
symmetrischen Seitenspitzen; Sturmsicheln, Sturmsensen, Sturm- 
gabeln mit Formen, wie sie der Name andeutet; Streitäxte und 
Streithämmer, beil- und hammerähnliche Zuschlagwaffen; die Helle- 
barde (Helmbarte, halbe Barte), eine Kombination des Spiefses oder 
der Partisane mit der Streitaxt oder dem Sturmbeil; Streitkolben, 
Morgensterne, Quadrellen, Sturmflegel u. a. m. Es sind vor 
allem die Hellebarden und Partisanen, welche durch eine hübsche 
Konturierung und eine prächtige Ornamentation der Klingen die 
Aufmerksamkeit auf sich zu lenken geeignet sind. Die Figuren 
186-489 bringen eine Anzahl derartiger Kriegsgeräte zur Anschauung. 
Betrachten wir einerseits die aus Feuerstein, Knochen und 
F ischgräten hergestellten Waffen primitiver Völker und anderseits diese 
kunststrotzenden Renaissanccwaffen und wir haben einen Überblick
        

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