Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658674
Wenn man bedenkt, wie schwer es mitunter den modernen 
Kleiderkünstlern wird, uns einen gut sitzenden Anzug zu schaffen, 
S0 kann 1111111 etwa die Schwierigkeit ermessen, die eine gut sitzende 
Rüstung an ihren Verfertiger stellen mochte. Dann kam für die 
Pfllnk- und Prachtrüstungen der Reichen und Vornehmen noch hinzu 
 die ornameiitale Verzierung; und 
  auch nach dieser Hinsicht linden 
  sich wahre Perlen der Kunst. Neben 
 der Treibtechnik, die ja schon zur 
"i ß Herstellung des Ganzen ganz Aufscr- 
41'; ordentliches leisten muIste und aber 
 auch zur dekorativen Ausschmückung 
 diente, kommen hierfür in Betracht 
 das Ätzen und Gravieren, die 
 Tauschierung und Vergoldung. 
 Man ist billig erstaunt über die 
pi; stilrichtige und vornehme Wirkung, 
 welche die Ornamentation vermittelst 
   dieser Techniken zu erzielen wufste. 
d   Übriger? haben auch Künstllef aller- 
 s" {s t.   JF; ersten anges, wie Dürer, olbein, 
  Miehlich, Aldegrever, Burgkmayer es 
K 13;; nicht verschmäht, den Plattnern und 
 Schwertfegern die Entwürfe und 
" Zeichnungen für ihre Arbeiten zu 
 U; liefern. Die Figuren 17g bis 181 
 geben ornaiiientale Einzelheiten von 
Rüstungen wieder. 
 Helm und Rüstung sind Schutz- 
wafien, zu deren Vervollständigung 
noch der Schild hinzu zu rechnen ist. 
Der letztere ist im früheren 
Mittelalter seiner grofsen Din1eii- 
sionen wegen nicht aus Eisen ge- 
bildet, sondern höchstens mit dein- 
selben beschlagen. Später zur Zeit 
der Renaissance, da er kleiner und 
Fig 185 Dolchgrl-ff aus dem handlicher wird, bis er schliefslich 
16, Jahrhundert, überhaupt entbehrlich ist, wie die 
Rüstung selbst und nur noch ein 
Prunkstück vorstellt, macht man denselben gerne aus Eisen und benutzt 
sein hierzu günstiges Feld für reiche, der Rüstung entsprechende 
Dekorationen. Die meist vorkommenden Formen der der späteren 
Zeit angehörigen Prunkschilde sind diejenigen des Kreises, der mehr 
oder weniger lebhaft konturierten Kartusche und die Mandelform.
        

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