Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658590
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Vierter Abschnitt. 
kreuzen unterscheiden sich die Grabkreuze durch ein eingehenderes 
Detail, da dieselben aus unmittelbarer Nähe betrachtet werden können, 
und durch die Beigabe einer Schrifttafel. 
Die letztere erscheint des Schutzes halber liäußg im Innern eines 
Hachen Blechkastens und enthält aufser dem Namen und den Geburts- 
und Todesdaten des Verstorbenen wohl auch einen frommen oder 
profanen sinnigen Spruch: 
Gottesfiirchtig war sein Lebenslauf; 
Wandrer, mach das Thürlein auf! (Außenseite) 
Gott geb ihm die ew'ge Ruh; 
Wandrer, mach das Thürlein zu! (Innenseite der Thüre.) 
Ist dies nicht naiv und pietätvoll zugleich und eine wohlange- 
brachte Mahnung an die Neugierde, den Schriftkasten zu schliefsen, 
um dem Namen des Dahingegangenen eine längere Dauer zu sichern? 
Wir illustrieren dieses Kapitel zunächst mit einer Tafel aus 
des Verfassers „ornarnentaler Formenlehre", auf welcher neben einer 
Anzahl von älteren und modernen Turmkreuzen auch zwei ältere 
Grabkreuze dargestellt sind. Aufserdem bringen die Figuren 1 75-177 
drei weitere moderne Grabkreuze, von denen das letztere aufser dem 
Schriftkasten auch die Zuthat eines Weihwassernapfes aufweist. In 
bestimmten Gegenden finden sich an derartigen Kreuzen auch Vor- 
kehrungen zur Aufnahme von Blumensträufsen, von Kerzen etc., je 
nach Art des ortsüblichen Totenkultus. 
Waffen. 
Von ganz hervorragendem Interesse ist das Kapitel der Waffen, 
wenngleich dieselben in ihren zahlreichen älteren Vorbildern nach 
Lage der Sache der heutigen Schmiedekunst kaum als direkte V or- 
bilder dienen können. Die Waffentechnik der Neuzeit ist eine ver- 
änderte und im allgemeinen derart auf das rein Zweckliche ausgehend, 
dafs die alten Meisterwerke nur ein geschichtliches Interesse bieten 
und nebenbei als Quellen für ornarnentale Studien zu anderen 
Zwecken dienen können. 
Die Waffenschmiedekunst ist uralt und zur Zeit der Antike schon 
bedeutend entwickelt. Damaskus ist einer der Orte, an welchen 
sie am frühesten geübt wurde. Die Damaszenerklingen haben einen 
Weltruf, der nach Jahrtausenden zählt. Ihre Elastizität und Härte 
erhalten sie durch das wiederholte Durcheinanderschweifsen von 
Lamellen oder Drähten aus verschieden hartem Eisen, beziehungsweise 
Stahl. Die infolge dieses Verfahrens beim Anätzen entstehenden Zeich- 
nungen heifsen "Damast", der je nach der Art der vorhergegangenen 
Behandlungsweise wieder sehr verschiedenartig sein kann. Von Da- 
inaskus und überhaupt vom Orient aus gelangte die Kunst des Waffen- 
schmiedens zu den Griechen und Römern, die sich jedoch des Eisens
        

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