Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656916
Erster Abschnitt. 
aus allein lassen sich jedoch die Übergangsgrenzen nicht feststellen, 
weil noch andere Beimengungen des Eisens (Mangan, Phosphor, Sili- 
cium, Arsen, Schwefel) die Eigenschaften desselben bedingen. Man 
kann das Eisen als Schmiedeisen bezeichnen, wenn es nach dem 
Ablöschen in Wasser nicht merklich an Härte zunimmt und schweifs- 
bar ist. Als Stahl kann man das schmied- und schweifsbare Eisen 
betrachten, welches sich hätrten läfst und nach dem Ablöschen am Feuer- 
stein Funken gibt. Roh- oder Gufseisen ist das nicht häinmer- und 
schweifsbare Eisen. 
Das 
Roh- 
oder 
Gufseisen. 
Das Roh- oder Gufseisen (französisch: fonte crue, englisch: 
Pig-iron) führt den ersteren Namen in der Form unverarbeiteter 
Blöcke, den letzteren in der Form fertiger Gegenstände. Es hat einen 
Kohlenstoffgehalt von zß-öolu; es schmilzt bei 1050-1300" C. und 
im allgemeinen um so leichter, je gröfser sein Kohlenstoffgehalt ist. 
Das spezifische Gewicht beträgt ö,7_7,8, im Mittel 7,25. Die Wider- 
standsfähigkeit in Bezug auf Druck (rückwirkende Festigkeit) ist ver- 
hältnismafsig grofs, diejenige auf Zug (absolute Festigkeit) verhältnis- 
mäfsig gering. Eine besondere Eigenart des Gufseisens ist das 
Quellen, die beim Erhitzen erfolgende und nach dem Erkalten ver- 
bleibende Raumvergröfserung. 
Man unterscheidet weifses Roheisen oder Hartflofs (Spiegel- 
eisen, Weifsstrahl und gewöhnliches Weifseisen) und graues Roheisen 
oder Weichflofs. Halbiertes Eisen halt die Mitte; es ist stark 
oder schwach halbiert, je nachdem es sich mehr dem Hart- oder 
Weichflofs nähert. Das weifse Roheisen ist kristallinisch, spröde und 
speziüsch schwer und hat ein Schwindmafs d. h. eine lineare Ver- 
kürzung des Gufsstückes gegenüber der Gufsform von 2-2, 5010. Das 
graue Roheisen ist von körnigem Bruch, spezifisch leichter, weicher, 
zäher und besser zu bearbeiten als das weifse; es ist dünnflüfsiger und 
füllt infolge dessen beim Giefsen die Form besser aus; sein Schwind- 
mafs betragt durchschnittlich 1,5"l0. Das graue Eisen enthält seine 
Kohle zum Teil in der Form von Graphit. 
3. Der Stahl. 
Der Stahl (acier, steel) hat einen Kohlenstoffgehzilt von 0,6-2, 3010; 
er schmilzt bei 1300-1800" C. Sein spezifisches Gewicht beträgt 
    
Bei der ursprünglich üblichen Eisenproclulition im Herde, in den 
Renn- oder Luppenfeuern und in kleinen Öfen wurde der Stahl ge- 
wissermafsen zufällig erzeugt, da das gewonnene Eisen stets einen 
mehr oder weniger stahlartigen Charakter hatte. Die heute üblichen, 
rationellen Stahlbereitungsmethoden lassen sich der Hauptsache nach 
auf drei Arten zurückführen. Erstens kann der Stahl erzeugt werden,
        

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