Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658485
der Kunstschmiedetechnik. 
Die Hauptgebiete 
163 
beispiel in Figur 164 zeigt. Die späteren Stile zogen es jedoch vor, 
die Anordnung in mehreren Etagen erfolgen zu lassen, ein Prinzip, 
das auch heute in Bezug auf die Gaskronen allgemein in Gebrauch 
ist. Es lassen sich auf diese Art bei richtiger Wahl der Flammen- 
zahl und entsprechender Verschränkung in den einzelnen Etagen 
ganz hübsche Effekte erzielen. Für die Kerzen- und Lampenbe- 
leuchtung können die Kronen an Ketten aufgehängt und zum Herab- 
lassen eingerichtet werden. Bei der Gaskrone dient an Stelle der 
Ketten das Gaszufulirrohr zum Aufhängen und die nötige Beweglich- 
keit wird vermittelst Kugelgelenk und Stopfbüehse erzielt. Es werden 
selten mehr als 5 oder 6 Arme im Kreise angeordnet; wo es sich 
um die Anbringung von mehr Flammen handelt, werden dann die 
einzelnen Arme für sich wieder verzweigt, wie dies auch beim ge- 
wohnlichen Wandleuchter zu geschehen pflegt. Die Figuren 165 und 
166 zeigen zwei einfache moderne Hängeleuchter in Schmiedeisen, 
wie sie auf der Kunstschmiedeausstellung in Karlsruhe zu sehen waren. 
Die moderne Petroleumlampe hat ebenfalls Veranlassung zu 
Versuchen in Schmiedeisen gegeben, doch erscheint dieses Gerät einer 
Anpassung an das Material des Eisens als nicht günstig, wie es über- 
haupt auch in anderer Hinsieht vielfach zur Verübung der mannig- 
fachsten Stilsünden die Anregung gab. 
Waschbeckenträger, 
Blumentische, 
Ständer. 
 war offenbar der antike Dreifufs, welcher den Schmiede- 
ltünstlern der Renaissaucezeit vorgeschwcbt hat, als sie sich in der 
Bildung dreifüfsiger Waschbeckenträger versucht haben. Sowohl 
auf italienischem als auf deutschem Boden sind zahlreiche derartige 
Gegenstände entstanden, die öfters einen grofsen Reichtum entfalten und 
eine vorzügliche Wirkung erzielen. Das konstruktive Gestell ist meist 
aus Quadrateiseil gebildet, während die ornaxnentalen Zuthaten aus 
schwächerem Bandeisen hergestellt sind. Dem Waschbeckenträger 
ist häufig ein stangenartiger Ständer beigegeben und mit ihm fest 
verbunden, zur Anbringung eines Wasserfäfschens, zum Aufhängen der 
Handtücher etc. dienend. Figur 167 veranschaulicht einen schmied- 
eisernen Dreifufs italienischen Ursprungs aus dein 17. Jahrhundert. 
Derselbe ist schon sehr reich und es mufs zugegeben werden, dafs 
einfachere Bildungen gewöhnlich einen besseren Umrifs atlfweisen. 
Derartige Dreifülse werden neuerdings wieder häufiger ange- 
fertigt, als Waschbeckenträger, als Ständer für Weinkühler, in der 
Form von Blumentischen, Nipptischen u. a. m. Für Nipptische 
und Visitenkartenstäinder werden gerne bemalte Porzellanplatteil 
oder reich verzierte Majolika- oder Metallteller als Aufsatz benutzt. 
Die Blumentische dagegen erhalten blecheme Einsätze, die zweck- 
mäßigerweise drehbar angeordnet werden, um die Blumentöpfe 
Irtk
        

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