Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656903
Chemisch-Technologisches 
auf das 
Bezug 
M ateria]. 
Nordamerika, Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich-Ungarn 
Rufsland und Schwedenft) 
Nachdem die Eisenerze entsprechend zerkleinert (Pochen, 
Qußtschen, Walzen) und sortiert und ausgelesen sind (Handschei- 
dung), welchem Verfahren gewöhnlich durch Abliegen- oder Ver- 
witternlassen oder durch die Röstung (Erhitzen in freien Haufen 
oder inl Öfen) vorgearbeitet wird, folgt dieser mechanischen Auf  
bereitung die Gattierung und Beschickung. Als solche be- 
zeichnet man das Mengen eisenreicher und eisenarmer Erze im rich- 
tigen Verhältnis, beziehungsweise die Beimengung erdiger Substanzen 
(taubes Gestein) zum Zwecke einer geregelten Schlackenbildung, die 
für den nachfolgenden Schmelzprozefs von gröfster Wichtigkeit ist. 
Flufssjnat, Kalk, Thon, Quarz und Mergel sind die gebräuchlichsten 
Flufsmittel. Aufser den Eisenerzen dient auch altes Eisen (Alteisen) 
mit zur Gewinnung von Roheisen. 
Die Schmelzung der Erze geschah ursprünglich in Herden, sog. 
Renn- oder Luppenfeuern vor dem Gebläse, wobei jedoch kein 
Roheisen, sondern Schmiedeisen oder stahlartiges Schmiedeisen erzielt 
wurde. Zu Ende des I5. Jahrhunderts kamen die Schmelzöfen in 
Anwendung, die sich aus bescheidenen Anfängen allmählich zu den 
heute allgemein gebräuchlichen Hochofen entwickelten. Der 
Schmelzprozefs im Hochofen erfolgt unter Zuführung von er- 
hitzter Geblaseluft in ununterbrochenem Betrieb (I1l2_ 20 jährige 
Campagie). Durch die obere Mündung (Gicht) des Ofenschachtes 
werden die Erze und das Brennmaterial, sowie die Zuschläge auf- 
gegeben; am unteren Ende wird durch das Stichloch das ge- 
schmolzene Eisen von Zeit zu Zeit abgelassen (alle I2_24 Stunden). 
In früheren Zeiten bediente man sich durchgängig der Holzkohle 
als Brennmaterial; mit der Einführung der billigeren Steinkohle sie- 
delten die Eisenhütten aus den holzreichen Distrikten in die Stein- 
kohlenbezirke über. Es "bieten sich demnach der Roheisenproduktion 
die günstigsten Vorbedingungen da, wo das natürliche Vorkommen 
der Eisenerze mit demjenigen der Steinkohle zusammenfällt. Ähnlich 
wie das Holz zu Holzkohle, so wird die Steinkohle in Koks ver- 
wandelt, um verwendet werden zu können. Auf den Zentner Roh- 
eisen rechnet man 1,3 Zentner Koks. 
Wie bereits oben erwähnt, bestimmt der gröfsere oder geringere 
Kohlenstoffgehalt den Unterschied der drei Hauptarten des Eisens. Hier- 
m) Die Roheisenproduktion 
Großbritannien   8 620 000 
Vereinigte Staaten  4 700 ooo 
Deutschland   3 172 ooo 
Frankreich    2 o3 3 ooo 
Belgien     717 ooo 
Österreich-Ungarn  5 30 000 
Zahlen: 
463 000 Tonnen 
399 000 n 
120 000 „ 
2 5 ooo „ 
102 ooo  
des Jahres 1382 ergibt folgende 
Tonnen Rufsland     
„ Schweden .   
„ Spanien     
„ Italien     
„ Andere Länder  
i,
        

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