Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658405
Die Hauptgebiete der 
Kunstschmiedetechnik. 
15-5 
darin besteht, dafs das erstere oft neben hoher künstlerischer Vollendung 
eine grofse Unvollkommenheit nach der praktischen Seite hin auf- 
weist, während der moderne Beleuchtungsapparat die alten Vorbilder 
vom technisch-zweckmäßigen Standpunkt aus (lUTClISChIIitlLllClI weit 
übertrifft, was in formaler Beziehung jedoch nicht der Fall ist. 
Wenn wir innerhalb des Beleuchtungsgerätes eine Sichtung nach 
Gruppen vornehmen, so können wir folgende Typen unterscheiden: 
den Standleuchter oder Lichtstock, bei größeren Dimensionen und 
reicherer Ausstattung auch als Kandelaber bezeichnet, den Hand- 
leuchter, den Wandleuchter, die Laternen und Hängelampen, 
die Kronleuchter und die modernen Petroleumlampen. An der 
Hand dieser Reihenfolge sei die Schilderung versucht. 
Der Standleuchter, stehende Leuchter oder Lichtstock ist der 
Kerzenträger des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit. Von 
F ig. 
deutsche Renaissal 
in München. 
159. Wandleuchter, 
N ationalmuseum 
10g 
candela r- Kerze leitet sich auch das Wbrt Kandelabei" ab. Das 
Mittelalter bedient sich zum Aufsetzen der Kerze mit Vorliebe eines 
konisch zugespitzten Domes; die Neuzeit giebt der cylindrischen Hülse 
den Vorzug, in welche die Kerze eingesteckt wird. Der Aufbau des 
Standleuchters zeigt gewöhnlich Fufs, Schaft und Kelch. Der erstere 
wird als sogenannter Ringfufs oder des sicheren Aufsitzens wegen 
häufig dreiteilig gebildet nach Art des antiken Kandelaberfufses. 
Das obere Ende, der Kelch, das Kapital schliefst meist mit einem 
Teller ab, um das abtropfende Brennmaterial aufzufangen. Ist dieser 
Teller lose aufgelegt, um das Abnehmen und Reinigen zu erleichtern, 
so führt er den Namen "Manschette". Nicht selten, und dies gilt 
speziell vom Kandelaber, teilt sich die obere Partie in verschiedene 
Arme zur Aufnahme mehrerer Kerzen. Im Mittelalter sind verhältnis- 
mäfsig hohe Standleuchter, hauptsächlich im Kirchengebrauch nicht 
selten. (Fig. 150.) Die Renaissance- und Barockzeit bilden sehr
        

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