Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658231
138 
Vierter Abschnitt. 
Wasserspeier, 
Wandarme, 
Aushängeschilder. 
Früher wurde bekanntlich das Regenwasser, das sich im Dach- 
kanal sammelt, wo überhaupt ein solcher vorhanden war, nicht wie 
heute vermittelst des Abfallrohres zur Erde geleitet, sondern vom 
Dach direkt durch die sog. Wasserspeier auf die Strafse entleert. 
Es sind weniger diese in Form von Delphinen, Fratzen etc. aus Blech 
hergestellten Wasserspeier selbst, die hier in Betracht kommen, als 
deren schmiedeiserne Träger und Stützen. Diese Stützen waren 
meist einfache, stangenartige Streben, manchmal wurden dieselben 
 aber reich verziert, wobei gewöhnlich das 
Motiv der Durchschiebungen benutzt wurde. 
Die Figur 134 zeigt eine (lerartige Ver- 
" (l zierung. 
b; Schmiedeiserne Wundarme finden zu 
: den verschiedenartigsten Zwecken Anwen- 
y n. dung. Im allgemeinen dienen sie als 
  9' Träger, wobei der zu tragende Gegenstand 
  auf das freie Ende aufgesetzt oder an 
z"   z. dasselbe angehängt wird, während die Be- 
 I  festigung des andern Endes an der Wand 
i!  so erfolgt, dafs der Arm steif und un- 
Cäii.  beweglich oder um Zapfen drehbar er- 
{f w, 'X,f ffYFN scheint. 
z  x Xytl Zur Zeit des Mittelalters finden sich 
z H   in Kirchen vielfach gröfsere Wandarme, 
2 6'   bestimmt, die Deckel der Taufsteine zu 
ßväv"; (Q tragen. Entweder werden diese Aufsätze 
in vermittelst einer über eine Rolle laufen- 
 den Kette gehoben oder es erfolgt eine 
h Drehung nach der Seite. Von_ einem der- 
W artigen gröfseren Wandarnr ist weiter oben 
in Figur 40 ein Bruchstück dargestellt. 
    Ebenso finden sich zu derselben Zeit 
kg 134" Detail am? Strebiz bereits Wandarme als Kerzenträtrer (V erwl 
Deutsche Spätrenaxssance.   '    v   c  
Fig. 135.) Das Motiv des Wandleuchters 
ist dann in allen späteren Zeiten bis auf heute gebräuchlich. Die Figur 
136 zeigt ein Beispiel italienischer Spätrenaissance, während Figur 
157 einen hübschen modernen Wandarm für Gasbeleuchtung vorführt. 
Auch als Träger für Innungs- und Gewerbeabzeichen ist 
der Wandarm frühzeitig in Anwendung. Hauptsächlich sind es die 
Schlosser, die ihr Handwerk durch ausgehängte Schlüssel anzeigen, 
wie dies durch die Figuren 138-140 dargethan wird. 
Ganz ähnlich verhält es sich mit den Schildern der Wirtshäuser 
und Schenken, wobei die Abzeichen zum Teil auf die Schilder aufge-
        

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