Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656862
Zur 
Einleitung. 
Die weltgeschichtliche Bedeutung des Eisens ist heute 
über jeden Zweifel erhaben. Zwei Worte sind ausreichend, dieselbe 
festzustellen: "Eisenbahnen und Dampfni zischinen". Das modeme 
Leben ist ohne Eisen nicht denkbar. Aus Eisen ist der Püug, der 
den Boden bebaut, und die Waffe, die ihn verteidigt. Unabsehbar 
ist die Reihe der aus diesem Kulturmittel zu den grundver"schiedensten 
Zwecken erstellten Dinge. Der das Meer durchfurcliencle Panzerkoloss, 
der EiffePsche Turm, mit welchem das moderne Babel alle bis jetzt 
dagewesenen Bauwerke der Erde zu überragen gedenkt, der Verderben 
Speiende Riesenmörser, sie imponieren am einen Ende dieser Reihe; 
die Stahlfeder, die Nähnadel, die Uhrfeder, diese bescheidenen Er- 
Zeugnisse, imponieren am andern Ende nicht weniger. 
Man hat das Eisen den Proletarier der Metalle genannt, offenbar, 
Weil es verarbeitet und unverarbeitet sich allerwärts findet und weil 
QS m1 und für sich unscheinbar und geringwertig auftritt. Man hat 
über anderseits auch gefunden, dafs die Arbeit diesen Proletarier adelt. 
NiCht fertig und gediegen wie das vornehmere Gold tritt es dem Sucher 
enfgfigell; mit einem ganz gewaltigen Aufwand von physischer und 
gelstlger Kraft hat es der Mensch seinen natürlichen Verbindungen 
abgerungen.  
Seine bedeutende XViderstandsfäihigkeit und Härte gepaart mit 
glefser Elastizität und Bildsamkeit, die Vielseitigkeit seiner Eigen- 
schaften, welche soweit geht, dafs der Sprachgebrauch die verschiedenen 
F0rmen desselben mit verschiedenen Stammwfärtern bezeichnet  Eisen 
und Stahl  haben -es zu dem gemacht, was es für uns ist. Sie 
haben es sprichwörtlich gemacht in der poetischen Ausdrucksweise und 
11? derjenigen des alltäglichen Lebens. Man redet von einer eisernen 
Gejundheit und von einem eisernen Bestand; man spricht: „N0t 
bricht Eisen" und behauptet, man müsse das Eisen schmieden, so 
lange es warm ist; man heifst den Bramarbas einen Eisenfresser; 
MeYer, Schmiedekunst. 1
        

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