Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1657981
Die 
Hauptgebiete 
der 
Kunstschmiedetechnik. 
113 
Eine eigentümliche, selbständige Thürbildung und überhaupt eine 
vielfachere Anwendung eiserner Gitterthüren tritt erst zur Zeit der 
Renaissance ein. Bezüglich der Stabgitter und der Gitter mit dem 
geometrischen Muster gilt auch für diese Zeit das oben Erwähnte. 
Am besten eignet sich jedoch für die Ornamentation der Thüre die 
selbständige Rechteckfüllung. In einen Rahmen, der in Angeln oder 
auf Zapfen beweglich und mittelst Vorreiber, Riegel oder Schlofs fest- 
stellbar ist, und welcher stark genug sein mufs, um ein Einsacken 
der Thüre zu verhüten wird das 
l x _ 7'  'Y _y ( Gitterwerk eingepafst. i Wo die 
  l  Thüre nicht ein fertiges Ganze 
i     für sich ist, wie es beispielsweise 
i lxßax I! I_ die Kanzelabschlüsse zu sein 
l  l pflegen, sondern wo sie in ein 
l a "VYTQX X G gröfseres Gtterwe k als Bestand- 
  Üi d lb l  r '11: w  t 
i": Brite? 3': (ä fifsciääliiiffl a2?" 31336 
r l" ß dann gewöhnlich Bezug auf die 
_  Dekorationsweise des Übrigen, 
Ja  vielfach allerdings in der Weise, 
 Lif-  x dafs die Thüre reicher gehalten, 
f w r   K, also gewissermaßen ausgezeichnet 
  "f?  wird. Dies gilt auch hauptsäch- 
k  L  l lieh in Bezug auf die krönenden 
1'  r: l , Aufsätze und liegt sehr nahe, wo 
i   4m k dieThüre gleichzeitigdominierende 
_  Mittelpartie ist. (Fig. 109.) 
KIJ Wo in der Thürfüllung vom 
c Übrigen abweichende Liniengänge 
 b I- "-2 3211-1, .I 1-01  auftreten, sind sie häufig konstruk- 
 tiver Art und haben ihre Veranlas- 
 w sung in dem Bestreben, dem durch 
  die eigene Schwere bedingten Ein- 
N  [A] Q1 x V senken der Thüre stützend (durch 
  Abstrebung) entgegenzuwirken. Die 
iiik  {ÜMÜÄ Ä naturgemäfse Linie der Strebe 
k 1, geht von der untem Angel zum 
Fig. x08. Moderne Gitter. gegenüberliegenden Obereck. Bei 
a. u. b. Von F. Kiefhaberin Magdeburg. der Doppelthüre bilden die beiden 
C" Aus Vencdlg" Abstrebungen eine symmetrische 
Figur. Da bei der einfachen Thüre dies nicht der Fall ist, wird die 
Symmetrie gewöhnlich durch konstruktiv unnötige Zuthaten herge- 
stellt, wobei im einfachsten Fall das Andreaskreuz sich bildet. Am 
allerwirksamsten wird dem Einsacken der Thüre dadurch begegnet, 
dal's ihr unteres, freies Ende vermittelst Rolle auf einer Laufschiene 
Meyer, Schmiedekuust. 8
        

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