Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Schmiedekunst
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1656576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1657857
100 
Abschnitt. 
Vierter 
Ausdehnung der Anlagen bedingt wird. Derartige Gitter werden 
dann, wenn nicht die Steinarchitektur schon eine Abteilung in einzelne 
Partien mit sich bringt, in bestimmten Abständen durch stärkere Eisen- 
pfosten oder durch eingeschobene durchbrochene Pilasterbildungen 
geteilt. Die Einzelstäbe erhalten den krönenden Abschlufs in Form 
von Lanzenspitzen etc. ; häufig werden zur Schlufsbildung auch zwei 
oder mehrere Stäbe zusammengezogen. (Siehe Figur QI.) 
Die Gitterbildung mit dem endlosen geometrischen Muster, wie 
es die Gotik und Renaissance vielfach zeigen, ist fast gar nicht mehr 
in Übung und bezüglich der abgepaisten Füllungsgitter gilt im allge- 
meinen das weiter oben Ausgeführte. Beispielsweise bringen die 
Figuren 92 und 93 einige der Barockzeit angehörige Füllungen. 
Auch in Oberliehtgittern werden stattliche Arbeiten erzeugt. 
Zum Teil bilden die bekannten Umrahmungsformen der Renaissance, 
so z. B. der Halbkreis, die umfassende Linie (Figur 94). Häufig 
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Fig. 91. Gitterkrönnlngerx aus Halle alä Um 17h  
werden die Umrahlnnngeil auch willkürlicher und lebhafter im Umrifs 
und öfters hält sich das Gitter so zu sagen an gar keine Umrahmung, 
wie dies das in Figur 95 dargestellte Oberlichtgitter zeigt. 
Das Prinzip der Renaissance, grofse Gitterkomplexe aus einzelnen 
Füllungen zusammenzusetzen, findet ebenfalls weitere Anwendung, 
aber mit dem Unterschiede, dafs es in der Regel nicht gleich grofse 
Rechtecke sind, welche das Ganze bilden, sondern dafs kleine Felder 
mit gröfseren, schmale mit breiteren, weniger verzierte mit reicheren 
abwechseln u. s. w. Die zugehörigen Krönungen unterscheiden sich 
dabei oft nicht wesentlich von den früher üblichen. (Fig. 96 u. 97.) 
Als eine Neuerung mögen gewissermaßen diejenigen Bildungen 
erscheinen, bei denen rechtwinklig sich kreuzende Stäbe eine Zer- 
legung in verschieden grofse Rechtecke erzielen, wobei dann ein
        

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