Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Genremalerei, ihre Aufgabe und Begrenzung
Person:
Seemann, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647445
Vvie äfs Lehrgedicht innerhalb der Poesie, so umfasst; 
die Genre- oder Sittenmalerei das Leben in seinen ge- 
sammten Beziehungen und Verhältnissen. Ist sie es doch, diei 
uns bei unserer Arbeit aufsucht, uns in unserem Thun und 
Treiben gewissenhaft verfolgt, mit den Fröhlichen jubelt und 
scherzt, mit den Traurigen weint und klagt, je nachdem sie 
uns diese oder jene Seite des so mannigfach bewegten Lebens 
vor die Augen führen will. 
Damit stehen wir allerdings auf ganz realem Boden und 
wir selbst in Rücksicht auf die Genremalerei auf einem 
Standpunkte, wie er sich eben aus der Aufgabe einer derar- 
tigen Kunstrichtung ganz von selbst ergiebt. 
Die Aufgabe, welche die Genremalerei verfolgt, 
besteht einzig und allein in der naturgetreuen Darstellung 
sittenbildlicher Momente und Motive unter dem Einflusse der 
im Menschen wirkenden ästhetischen Idee. Denn bei allem Ge- 
dankenaufschwung sind und bleiben wir Menschen, d. h. an die 
Scholle gebunden, von dieser und ihren Bedingungen absolut 
mehr oder weniger abhängig. Dieses erzeugt aber Wiederum 
in uns den Trieb, mit ihr auch durch die Kunst verbunden zu  
bleiben, auch aus ihr zu lernen, an ihr sich zu erheitern und 
durch sie das Leben mit seinen darstellbaren, d. h. der Kunst 
würdigen Begebenheiten vcrgegenwartigt zu sehen. Aber es 
hiesse die Kunst denn doch Wohl auf den Kopf stellen, wenn 
wir annehmen wollten (C. Lemke, populäre Aesthetik), der 
Genremaler stehe überhaupt auf "der höchsten Stufe der Kunst",
        

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