Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638056
Zweites Kapitel. 
Die griechische Plastik. 
Geschichtliche Entwicklung. 
81 
ZWEITES 
KAPITEL. 
riechische 
Plastik. 
Geschichtliche 
lüutwickl uug. w) 
Die älteste, pelasgisehe Vorzeit (iriechenlands kannte keine Götter- 
bilder. Auf. Bergeshöhen, im Rauschen uralter Eichenhaine wurde der 
bildlose Kultus des höchsten Zeus gefeiert. Als sodann durch orienta- 
lische Einflüsse verschiedenes neue Götterdienste zu den (irieehen kamen, 
wurden mit seltnen Ausnahmen die phantastischen Gestalten, welehe der 
Orient Sülllttll Göttern verliehen hatte, nicht mit aufgenommen: vielmehr 
begnügte-n sich die Griechen anfiinglieh mit kunstlesen Symbolen, um die 
Götter zu bezeichnen. Rohe Pfeiler, Steinhaufen, selbst uubearbeitete 
Balken und Bretter dienten zuerst der Phantasie, um daran die Vorstel- 
lung bestimmter göttlicher Wesen zu knüpfen. So waren in Sainos eine 
Hera als Brett, zu Lindos eine Athena als rauhtar Balken, in Sparta gar 
die Dieskuren als zwei durch Querhölzer verbundene Balken dargestellt. 
Selbst noch das uralte kolossale Erzbild des Apollo zu Amyklae bei 
Sparta war von süulenartigem Aussehen, mit geringer Andeutung des 
Kopfes und der Hände, welche Lanze und Bogen hieltenH). Noch die 
(lüttergestalten Homers sind nichts weniger als plastische Gebilde; ihre 
Charakteristik in äusserer Erscheinung wie in Thaten läuft beim Dichter 
noch in's Ungewisse, Phantastische hinaus, sodass man leicht erkennt, 
wie keinerlei Anschauung wirklicher Götterbilder seiner Darstellung zu 
Grunde liegt. S0 wenig wir aber jene Frühzeit in ihrer Entwicklung uns 
Vrrgegenwärtigen können: die Tlhatsache eines regen Fortsehreitens zur 
plastisch  Göttergestalt ist unverkennba.r. Denn auf jene 
rohesten Symbole folgten bald wirkliche aus Holz geschnitzte menschliche 
Aelteste 
Zeit. 
i) Diese Darstellung stützt sich auf H. Brunnlv Gesell. d. griech. Künstler (LBd. 
Stuttgart 1853), deren gediegene Forschung auch J. Onerbeolc seiner Geschichte 
der gr. Plastik (2 Bde. Leipzig 1857) zu Grunde gelegt hat.  Als lmndliehstes 
Kllpferwerk sind (119 Denkmäler der alten Kunst von C. O. llliillwr und U. llevlru-loy 
in der neuen von Wmeolcr gewissenhaft durchgesehenen uml verbesserten Ausgabe 
zu empfehlen, 
M) Puusan. III. lS. (i.  
Lülßkv, Gvsch. der Plans-lila. Ü
        

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