Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1637852
Viertes K: 
Die Länder 
des Miztslmeercs 
nter 
lliSühölll Einfluss. 
oricntz 
köpfe anzuordnen und auch darin eine Rcminiseenz an orientahche Be- 
handlungsweise zu geben, die gern für die Charakteristik architekto- 
nischer Formen Thiergestalten verwendet. Wenn sodann an einem 
Grabe zu Aizani zwei Löwen (lau-gestellt sind, die sich einen IIirsch 
streitig machen; oder wenn cbendort am Proskenion des Theaters ein 
Jagdfries mit Hirschen, Hunden, Ebern und wieder mit einem Löwen, der 
über einen Stier herfällt, zu sehen istt), so beweist das, wie lange dort 
sich die älteren orientalischen Kunsttraditionen erhalten haben. Ebenso 
verbindet sich dann auch an einem Tempel zu AssosfHe) dessen Seulp- 
turen nach Paris in das Museum des Louvre gebracht sind, mit der be- 
reits hellenisch entwickelten Bauform eine hochalterthümliche orientalische. 
Bildncrei. Auch hier findet man den Löwen als Sticrbezwinger; ausser- 
dem Sphinx- und Kentaurengestalten, llrlanner mit Fischleibern und andres 
Phantastische, daneben dann Scencn des wirklichen Lebens, hlätnncr, 
die zu geselligcm Trinken gewlagcrt sind: Alles in einem sehwerfäilligen, 
starren Styl, dieFigurcn in wundcrlichem llflissvcrhaltniss und mit ge- 
ringem Verständniss in einem asehgrauen, grobkörnigen Kalkstein aus- 
geführt.  
Unter die alterthümlichsten Denkmäler des Landes sind sodann die 
ausgedehnten Felsrcliefs zu zahlen, welche bei dem heutigen Flecken 
Bßgas-Koei in Galatien sich erhalten haben, und in denen man Ueber- 
reste der alten Stadt Pterium zu erkennen glaubtfhtt) Es sind zwei Ziige 
von jc dreizehn Reliefgestalten in einem derben, kräftigen, dabei ziemlich 
rohen Styl dargestellt. Die eine Reihe hat Schnabelschtlhe, Hosen, kurze 
Gewänder und hohe spitze Hüte; nur drei bärtige Greise an der Spitze 
des Zuges sind mit längeren Gewändern ausgestattet. Einige tragen 
Keulen, Andere wunderlich gestaltete Embleme oder verschiedene Waffen. 
Man erkennt in ihrer Tracht genau das von Herodot (VII,  beschrie- 
bene Kostüm der Saker. In monotoner Wiederholung sind sie alle mit fast 
tanzartig bewegtem Schritt dicht an einander gereiht. Die andere Gruppe, 
stammige, breite Gestalten, in langen Gewändern mit lllßdflgßll Diademen, 
sind offenbar Frauen. An der Spitze jeder Gruppe schreiten, durch viel 
grösseren Maasstab ausgezeichnet, die Häupter; der Sakeranführer setzt 
seine Füsse auf die Nacken dreicr lllanner; die ihm entgegentretende 
Fürstin steht auf einer Löwin. Phantastische Embleme seltsamster Art 
verstärken noch das Rathselhafte, Fremde der Darstellung, in welcher 
Dunkmii 
von Ptcri 
 Ebenda, I. p. 37 für die erstere p. 45 und 46 für die zweite Darstellung. 
Hjmbenaa, 11. 1,. 112 er. 
 Ebenda, p. 75-79. Vergl. Gerhardis Archäol. Ztg. Jahrg. XVII p. 49 ff.
        

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