Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1643197
Zweites Kapitel. 
Nordische Bildncrei von 1450 
1550. 
595 
allmählich ab; denn bis 1540 zählen wir nur noch sechs solcher Tafeln, 
und von da hören sie fast gänzlich auf und begnügt man sich meist mit 
metallnem Wappen und  Alle. diese Werke rühren von 
unbekannten Meistern her. Nur einmal nennt sich Hans Iüebs, welcher die 
Relieftafel des 1515 verstorbenen Domherrn Georg von Stibar arbeitete. 
Aber auch von diesem Künstler wissen wir nicht, wo er gelebt, und wir 
vermuthen nur, dass er nach Nürnberg gehört habe. 
Es muss uns also genügen, eine rege, wenngleich sehr einseitige Thü- 
tigkeit im Erzguss für die damalige fränkische Kunst nachgewiesen zu 
haben. Dass aber Nürnberg der Hauptort dieses Schaffens war, erhellt 
schon aus dem Umstande, dass man sich mit Bestellungen aus verschiede- 
nen Gegenden Deutschlands dorthin an die Vischefsche Werkstatt wandte. 
War das schon unter dem älteren Hermann Vischer für Wittenberg ge- 
schehen, so wuchsen Ansehen imd Ruf der wackeren Nürnberger Roth- 
giesscrfamilie noch unter dem ungleich begabteren Sohne Peler Visclzer. 
Derselbe wurde 1489 als Meister aufgenommen und 1494, zugleich mit dem 
Bildschnitzer Simon Lalnberyer, vom Kurfürsten Philipp von der Pfalz nach 
Heidelberg berufen, um diesem „ mit ihrem Rath und Handwerk zu dienen." 
Was Vischer dort geschaffen, ist unbekannt, wohl auch schwerlich noch vor- 
handen. Die übrige Zeit seines Lebens scheint dem Meister unausgesetzt zu 
Nürnberg in iieissigerArbeit hingegangen zu sein. Fünf Söhne unterstützten 
ihn bei seinen umfangreichen Schöpfungen. Unter ihnen wird der gleichna- 
mige Peterf) im Jahre 1527 als Meister bei dem Handwerk der Fingerhuter 
aufgenommen. Meister Hans, „ der Giesser" zubenannt, scheint besonders 
den Guss geleitet zu haben. Von Hermann, der wieder den Namen des 
Grossvaters führt, wissen wir unter Anderem, dass er in Italien gewesen und 
von dorther manche Visirung und Risse mitgebracht. Von Johann (Ja- 
kobfUü) kennen wir mehrere Werke; von Paul dagegen wissen wir Nichts 
zu nennen. Im Jahre 1529 starb Peter Vischer. Seine Söhne überlebten 
ihn, wie es scheint, nicht über das Jahr 1540 hinaus. 
Wichtiger als diese dürftigen Nachrichten von seinem äusseren Leben 
ist das, was der Meister selbst in seinen zahlreichen Werken über seinen 
inneren lüntirvicklungsgang berichtet. Das Bild eines reichen und tiefen 
Künstlerlebens rollt sich auf, und die einzelnen Züge (lessrelben sind um 
so sicherer, da Yischer, ähnlich wie Dürer, seine Werke mit Jahreszahl 
und llrionogramm zu versehen pflegte; eine Abweichung von der damals in 
Die 
Vischofsche 
Giesshütte. 
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Nürnb. I. u. II. Heft. 
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