Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1642934
Zweites Kapitel. 
Nordische Bildnerei von 1450 
1550. 
569 
stinnntheit nachweisen können. Wohl hat man ihm das 1469 begonnene 
Tabernakel im Münster zu Ulm zuschreiben wollen; doch scheint der Cha- 
rakter der Architekturformen dem zu widersprechen. Möglich dagegen, 
dass unter den zahlreichen Bildwerken, die man noch an Privathausern in 
Nürnberg sieht, manche frühere Arbeit des Meisters zu finden ist. Schwer- 
lich wird man ihm das Relief des Jüngsten Gerichts über der Schauthür an 
der Südseite der Sebaldskirche zuschreiben dürfen. Denn 1485 kann 
cr nicht wohl einen so weichen rundlichen Styl der Gewänder befolgt 
haben, wie er in diesem durch Mannichfaltigkeit der Charakteristik aus- 
gezeichneten Werke herrscht. Dasselbe scheint vielmehr seine Entstehung 
einem Meister zu verdanken, der weit mehr an der Tradition des älteren 
Styles festhielt. 
Das erste sichere Sculptnrwerk des Meisters sind die sieben Stationen 
an dem zum Johanniskirchhofe führenden Wege (Fig. 17 2). Es sind ge- 
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Fig. 172. Von den Stationen Acgmu Kraffts. Nürnberg. 
drängte Composiiionen in stark vorspringendem Relief, vielfach beschädigt 
und zum Theil restaurirt, dennoch (lurch die Kraft und Innigkeit der 
Empfindung von ergreifender Wirkung. Die Figuren erscheinen keines- 
wegs ideal, vielmehr kurz und derb, meistens in die damalige Nürnberger 
Tracht gekleidet, die Gewänder obendrein durch viele eckige Brüche über- 
laden. Nur die Gestalt Christi zeigt schlichten Adel im Ausdruck wie in
        

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