Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1641720
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Buch. 
Drittes 
edle Empfindung dieses WVerkes mit den übrigen phantastisch wilden 
Arbeiten (lerselben Vorhalle, so wird die Kluft noch grösser, die den 
jungen Meister schon damals von seinen Zeitgenossen trennte. 
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Relief von Nicola Pisanc 
Lucca. 
Ein Zeitraum von fast dreissig Jahren trennt diese Jugendarbeit von 
den Schöpfungen seiner vollendeten Meisterschaft. Was Nicola in der 
Zwischenzeit geschaffen, wissen wir nicht. Vasari lasst ihn in ganz 
Italien eine Reihe bedeutender Bauten ausführen; die von ihm genannten 
Kirchen sind aber so verschiedenen Styles, dass sie unmöglich von dem- 
selben Meister herrühren können. Gewiss ist nur, dass Nieola auch als 
Architekt viel beschäftigt und weit berühmt war, und dass er im Jahre 
1242 den Bau des Deines von Pistoja leitete. Aber auch in der Plastik 
muss er inzwischen bedeutende Studien gemacht haben, die eine Um- 
wälzung in seiner künstlerischen Anschauung herbeiführten. Vasari 
erzählt, es seien antike Sarkophage gewesen, von den kunstliebenden 
Pisanern aus ihren Feldzügen heimgebracht, welche dem Meister den 
Blick für die Herrlichkeit der Antike erschlossen hatten. Möglich dass 
er auf seinen Wanderungen auch nach Rom gelangt war und dort eben- 
falls die Antike studirte. In der berühmten Marmorkanzel, welche er 
M126!) für das Bapt-isterium zu Pisa ausführte, tritt dieser neue Styl zum 
ersten Mal entscheidend auf. Es ist zugleich ein Sieg der Plastik über 
die musivische Dekorationswcise, welche bis dahin an solchen Werken 
vergehen-seht hatte. Die Kanzel ist ein auf sechs Sätulen und einer 
mittleren siebenten ruhender Freibau. Drei von diesen Säulen werden 
von sehreitenden Löwen getragen, welche kleinere Thiere in ihren Tatzen 
haben; den Untersatz der mittleren Säule bilden drei männliche Figuren,
        

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