Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1641704
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Drittes Buch. 
Seitensehiifs, ersteres von einer seltenen Feinheit in Aufnahme antiker 
Motive der arehitektoniseheil Dekoration, womit sich jedoch roinanisehes 
elegant stylisirtes Rankenwerk, kleine Adler, Löwen, Sirenen und an- 
deres Gethier verbinden. Das Südportal, noch viel reicher, exithält an den 
Pfosten prächtige Arabesken mit Hunden, Jägern, Hasen, belebte J agd- 
seenen, Ritter zu Pferde, Bewaffnetiz, Löwen, den Laute schlagenden 
Esel und zinderes lürgötzliehe. Van sieht aueh hier die lüinlliisse nordi- 
scher Dekorationsweise. 
Von Arbeiten des lCrzgusses liegt aus ill(ä35l3l' Epen-hie nicht viel vor. 
während (lerselbe gegen Ende des verigeil Ziritranmes so glänzend be- 
trieben wurderWie eine Ansnalnne ersehviiit der p1'ncl1tv0lle Kandelaher (los 
mitz- 
it. 
Doms zu U ailan d, der in köstlieh stylisirtem llankengrexxüude eine lüille 
von kleinen Bildxrerken enthält, in denen der roumniselie  
reeht sehön belebt (erscheint. Namentlich in  lliusieht ist es 
vielleicht das Vollendetste, was die gesannnte romanische Zeit in Eliesein 
Zweig-e geleistet hattt). Ausserdein wüsste ieh nur die lürztliüren an der 
zum Baptisteriunl des Laterans in Rom gehörenden Kapelle des Evan- 
gelisten Johannes zu nennen. Sie wurden insehriftlieli von den Kleistern 
Allzßrilov und Pefrux aus Lausauue (_..Lauseneuses") im Jahre l 203 ange- 
fertigt. Man sieht auf ihnen in künunerlieher (lnrviruilg die Ualustellung 
eines grosseu 'l'heres und einer Kirehe, und vor letzterer die Statuette. 
einer sitzenden Madonna. Dagegen haben wir in einem Lande, das dem 
italienischen Kulturlareise zugehört, in Dalmatien, ein treffliehes Werk der 
llolzselnlitzerei zu enräluuul: die Tdiiirtliigel des Doms zu Spalatoöt), 
1214 von illeister .-'lnllr'euv.x' (lueina gearbeitet. Jeder Flügel truthält in 
vierzehn (lureh  und Arabesken eingemhilitirii iü-lilei-ii Seenen 
aus der Jugendgesehiehte und dem Leitleil Christi in alterthiiuilieli herber 
Auffasstmg; und in kurzen wieuig; entwickelten llestalten. Aber die Compu- 
sition, bisweilen etwas (lürftig, erhebt sieh in den besseren Darstellungen 
zu grosser Kraft und selbst zu (lrainatisehein Ausdruek, dem nur die 
ilugesehickte Forum sich ilieht recht fügen will. 
Als vereiuzeltes Werk der Protaukuust ist sodann uoeh die steinerne 
Statue Kaiser Friedrichs lI. an der Perta Remaua zu Cap u a vom Jahre 
I236 zu uenuenHHt). Da für eine solehe Aulgzibm: der llüfkllllllllllülhi kireh- 
liche Styl keinen Anhalt gal), so hat der Künstler sich römiseheu Statuen 
angeschlossen und (larin (lenselben Zug zur Antike bekundet, (ler in Italien 
a") Abb. in verschiedenen Jahrgängen von IJiID-rnliv Arm. 
M) Abgeb. im Jahrb. d. W. Cenhn-Connniss. V. 'l'nf. Hi. 
 rlUlgilzcznu-l, Scnlpt. T. 37. Fig. 4.
        

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