Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1637450
Zweites Kapitel. 
Aegylaten. 
So bei den alten Aegylotern. Hier war keine Zeit zu nabelbesehau-  
cnderIlindutriiuinerei; hier kein Itaum für Weltveraehtende Askese. Alles 
musste sich tummeln, schaffen und wirken, musste unter einheitliche starke 
Führung sich sehaaren 1u1d in feste staatenbildende Verbindung sich ord- 
nen. Daher tritt hier die Lebensform des orientalischen Despotisnnls zu- 
erst in geschichtlich durchgebildeter Gestalt vor uns auf; (laher finden 
wir hier ein uraltes Staatsleben mit streng geglie-derter Abstufung der  
Gesellschaft, einheitlich, stark, graniten wie die Denkmale, die von ihm  
zeugen. 
Bei vorwiegend contemplativen Völkern, wie die Inder, stehen die  
(iötter im Mittelpunkte; bei praktischen, handelnden Nationen, wie die  
Acgypter, erobert der Mensch diese Stelle. Das profane Leben, die Ge- 
schichte des Staates, das heisst dort des Herrschers wird Gegenstand der 
Darstelhmg; sie inspirirt die Künstler, sie bedeckt mit ihren tausend- 
faltigen Einzelheiten die Denkmale. Das überirdische Leben wirft nur 
einen Wicderschcin auf das diesseitige Dasein, die Götter-gestalten treten 
fast nur in ihrer Beziehung auf das Leben derPharaonen hinzu; in der 
Ausprägung überlnensehlieher Wesen mischen mythologisch umgebildcte 
Anschauungen von den Naturercignissen des Landes (Isis, Osiris) sich 
mit einem alten Thierkultus und geben den geringen Spuren von Phanta- 
stik, die in den sonst so nüchtern verständigen Charakter (ler Acgypter 
eingemischt sind, Anlass zu erschöpfender Ausprägung. 
Die ältesten Werke der ägyptischen Plastikt) finden sich in den aus- (ääfihflflll'gf' 
gedehnten Gräbergrotten, welche die Pyramiden des alten Memphis um- 
geben. Als Denkmale aus den Zeiten der vierten Dynastie sind sie ein 
Beweis von der hohen Entwicklung, welche die Bildnerei der Aegypter  
schon im Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. erreicht hatte. In aus- 
gedehnten Itlachreliefs bedecken sie die Wände der Grabkammein und 
der mit denselben verbundenen Raume. Die Gestalten treten in mässig 
erhabenem Umriss aus der Flache hervor und gewinnen eine kräftigere 
Wirkung nur dadurch, dass sie vollständig mit lebhaften Farben bemalt 
sind, die nun beinahe fünf Jahrtausende hindurch ihre ursprüngliclua 
Frische bewahrt haben. In dieser bunten Farbenpracht erinnern die Dar- 
stellungen an den (llanz orientalischer Teppiche, wie denn ohne Zweifel 
dieser flache unentwickelte, der Malerei nahestehende Reliefstyl aus einer 
Natchbildung der Teppielnvirkerci hervorgegangen ist. Die Gegenstände 
i) Abbildungen ägyptischen Plastik in der Deserilwtion de Ylügypte, Antiqu 
 Lnpxius, Ijenkxzläilcr aus Aeg-vpten etc.  (lau, Alturthiinler von Nuhiun 
 Von. delFligritto etc. 
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