Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1640954
Drittes Kapitel. 
Nordische Bildnerei der frühgr 
nthischcn Epoche. 
371 
Hier mögen noch die beiden kleinen Beiterbilder des h. Georg und 
des-h. Martinus im Dom zu Regensburg angeschlossen werden. An 
der inneren Seite des Hauptportals angebracht, rühren sie zwar erst vom 
Beginn des vierzehnten Jahrhunderts her, erinnern aber in Auffassung 
und in der schlichten, tretflichen Behandlung an den h. Stephan des Bam- 
berger Domes. 
Der späteren Zeit des 13. Jahrhunderts gehören mehrere Grabdenk- 
maler des Bamlierger Domes. S0 der Grabstein des Bischofs Eekbert 
von Andechs (T 1237), der ungewöhnlicher Weise die Reliefgestalt des 
Verstorbenen in Profilstellung schreitend enthält. Diese Auffassung scheint 
Anklang gefimden zu haben, denn in derselben Weise wurde nicht blos 
das Grabmal des Bischofs Berthold von Leiningen (T 1285), sondern auch 
der Stein eines früheren Bischofs Günther von Sehwarzburg (T 1065) aus- 
geführt, wobei die allgemeine ideale Schönheit der Köpfe noch fern von 
individueller Auffassung ist. Derselbcn Zeit sind auch die Reliefs an der 
marmornen Tumba des Bischofs Suitgei- von lileyendorf, nachmaligen 
Papstes Clemens II. (T 1047) zuzuschreibenx"). Sie geben in einer streng 
antikisirenden Auffassung, der wir schon oben in mehreren Beispielen be- 
gegneten, und in glatter Ausführung Personiiicationen der Stärke, Kraft, 
Gerechtigkeit, Freigebigkeit und Mässigung, alle in merkwürdiger Weise 
lagernd, dazu Christus mit dem Sclnvert und dem Lamm. So scheu wir 
hier die Plastik vielbewegt und in lnannichfacheai Aufgaben sich erproben. 
Weiter finden wir den neuen Styl auch in den sächsischen Gegenden 
verbreitet. Zu seinen vorzüglichsten Leistungen gehören hier die Statuen 
Heinrichs des Löwen und seiner Gemaliil Mathilde im Dome zu Braun- 
schweig, Arbeiten von unübertrotfenem Adel, von ausdrucksvollen 
durchaus idealer Schönheit und vom freiesten Style in den Gewändern. 
Man erkennt hier so recht, wie es dieser Zeit  sie werden erst nach 
1'250 entstanden sein  ganz wie der besten griechischen Blüthezeit 
nicht um naturgetreue Portraits, sondern um eine ideale Verklärung der 
(iefeierten zu thun wart Sodann folgt gegen 127 0 der plastische Schmuck 
des westlichen Lettners im Dom zu Naulnburg, lebensvolle Relief- 
seenen der Passion, und in der Mitte ein Kruzifix mit Maria und Johannes 
daneben. Ebendort um dieselbe Zeit die acht männlichen und vier weib- 
lichen Statuen von Stiftern und Wohlthätern des Domes, welche Bischof 
Dietrich an den Pfeilern des westlichen Chores aufstellen liess. Es sind 
tüchtige, energische Arbeiten, aber nicht so durehgebildet, wie jenes 
nshurg. 
nbmäler 
Braun- 
schweig. 
Naum burg. 
 Mit Unrecht will E. 
hundert hinanfriickcn. 
Förster. 
Gesch 
65 die Arbeit
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.