Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1637395
Plrstes K: 
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Nur ausinihnisweisia scheinen im. indischen Denkmälerkreise Dar- 
stellungen eines kraftvoll oder leidenschaftlich bewegten Lebens sich zu 
finden. S0 sieht man in einer der gefeierten Grotten von Ellora einmal 
den Siva seehsarmig, den Bogen spannend auf seinem Wagen zur Ver- 
folgung eines feindlichen Dämons ilaliinstiirmen; ein andres Mal in dersel- 
ben Grotte den aehtzirinigcn Bhadra in ähnlich kraftvoller Bewegung sich 
ziun Kampf anschieken. lilcinsehcnschädel bilden den schniüekeiiden Saum 
seines (liirtels; mit einer der vier rechten Fäuste hält er eine menschliche 
Gestalt an den Beinen gepackt, eine andre steckt, durchbohrt, an dem 
Schwerte, das eine seiner linken Hände sehwingtft) Noch leidenschaft- 
licher ist eine Anzahl von Reliefseenen in etwas derbeiii Styl, an einer 
5 Felswand des denkmzilreichcii Mahamalaipur 
 (Maliavellipore) an der Goromaiidelkiiste: "hier vor 
.7 Äägltiiifi  Allem b8II18l'kGl1.SWGl'til ein Kampf, als. dessen 
_  Heldin Dnrga, dieGenialin Sivzfs, erscheint. Als 
,  kühne Lövenreiterin, aehtarinig, wohlbewvatiiiet, 
 verfolgt sie einen kolossalen stierhäuptigen Dämon, 
    der ihrem Geschoss zu entfliehen sucht. Ringsiun 
  ein Gewimmel von liegenden, laufenden, hockcntlexn 
'   Figuren, darunter Bogeiiseliiitzeii und Kämpfende: 
  aller Art: ein wildes Durcheinander, leibhaft und 
   bunt genug, aber ohne Klarheit und künstlerische 
   Ordnung.  
J.  Doch, wie gesagt, nur selten unterbrechen 
   solche Gce-nen der Gewalt das (läniineiiitle 'l'ranm- 
   leben indischer Bildwerke. Die Götter werden 
 meistens in thateiiloser Ruhe, im träumenden Ge- 
ä!"  niessen dargestellt. Alle Gestalten haben etwas 
_ Weiches, iweibisches, Verschwoniinenes. Das 
xN-w-ß" Schönheitsideal, wie es in den weiblichen Figuren 
ng;3h;niilgischdsiiiiiifiiiiisdm" uns eiitgegeiitritt, crinangelt jeder schärferen Be- 
  b stimmtheit, jeder markigen Bezeichnung der F er- 
inen. Ein treffendes Beispiel giebt die Gestalt der Göttin der Schönheit 
von da. Fug-Ode zu Bangalore (Fig. 2): üppige Glieder, mit geziertcr 
Bewegung in den Iliiftcn sich wiegend, (lazu ein  Putz, an 
jedem Fingerglietl ein Ring. Aeliiilich eine Göttin vom Indratempel zu 
Ellora, die breit und fett auf einem Elcphanten im Schatten eines 
11cm 
Seen 
t) Diese und andere Darstellungen, ol-Tcnbar stark 
Bande der 'l'ransactions of the Royal Asiatic Suciety. 
verschönert, 
im 
zweiten
        

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