Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1640196
Zweites Kapitel. 
Die byzantinisch- 
momanische Epoche. 
295 
Epoche zuzuschreiben sind, stehen an stylistiseher Durehbildung zwei 
Reliefplatten im Münster zu Basel, ehemals einem Altar angehörend, 
obenan. Auf der einen sieht man, durch Säulenarkaden getrennt, sechs 
Apostelgestalten, auf der andern vier Darstellungen aus der Marter- 
geschiehte des heiligen Laurentius und Vincentius. Der Styl ist noch 
streng antikisirend, die Gestalten sind würdevoll, die Motive der Gewan- 
dung klar und wohlverstanden, die Compositionen der kleinen Seenen voll 
Bewegung und Leben. Ungleieh strenger sind die Reliefgestalten des 
Erzengels Michael und zweier Heiligen in der Miehaelskapelle der Burg 
Hohenzollern. 
Von Arbeiten in Holz sind besonders zu nennen die Ifloehrcliefs an 
den Pfeilern der Nischen des nördlichen Portals von St. Emmeram in 
Holz- 
sculpturen. 
Regensburg. Dieselben enthalten eine grossartige, jedoch überaus 
herbe und strenge Darstellung des thronenden Christus, an dessen Fuss- 
Schemel sich Abt Reginward (1049-1341), in der Geberde der Verehrung 
in einem Medaillen als Brustbild hat anbringen lassen. Ausserdem die 
heiligen Emmerani und Dionysius in bischöflichen Gewändern, in dem- 
selben starren unlebenrligen Style, die Gewänder jedoch wie an der Ge- 
stalt Christi sorglich in feine Parallelfzilten gelegt, dabei vollständig be- 
malt und schon als eins der ältesten Denkmale der mittelalterlichen 
Polyehromie von Wichtigkeitft) Dem Ausgange des Jahrhunderts scheint 
sodann auch die hölzerne Flügelthüi- am nördlichen Portal von Maria 
auf dem Kapitol in Köln anzugehören. In  Relief ist hier eine 
Anzahl von Scenen aus der Geschichte Christi vorgeführt, (leren unent- 
wickelt roher Styl mit der wohlverstandenen Ornamentik des Rahmen- 
werkes auffallend contrastirt. 
Das zwölfte Jahrhundert. 
Wenn bisher die Plastik der romanischen Epoche in den selbstän- 
digen kleineren Werken, welche ihre Thätigkeit vorzüglich in Anspruch 
nahmen, sich frei bewegen konnte, und selbst bei grösseren Arbeiten 
nur in loser Verbindung mit den baulichen Schöpfungen stand, so wird 
sie nun im Laufe des 12. Jahrhunderts überwiegend von der Archi- 
tektur in "Anspruch genommen und dadurch einer anderen Bestimmung, 
einer neuen Eiltwieklung entgegengeführt. Der Grund dieses Umschwunges 
liegt in den allgemeinen Kulturerseheimnlgen der Zeit, die eine wachsende 
Jkufs chwung 
der Plastik 
(lurch die 
Architektur. 
w) S. In [q a O S 105 bringt eine Abbildung des Christus. Als Regierungs- 
41""     .1Ü1lh" 1049-61.. 
zeit des Abtes R. giebt er S. 61 seines Buches 1009 631.5  f  W  "m 
F. v Quasi in seinem Aufsatz im D. Knnstbl. 1852, S. 115 spnc lt iruger else von 
Steinreliefs.
        

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