Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1639493
Viertes Ka] 
Bildnerci bei den Röu 
Die 
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grossartig'en Architektur den vollen Ausdruck fand; dagegen schloss die- 
selbe die lälastische Schöpfcrkraft zillcrdings aus, wie wir denn nur ver- 
einzelte Namen römischer Bildhauer keimen. Dennoch fehlte den Römern 
von Anfang an keineswegs der empfiiiigliclie Sinn für diese Kunst. Gern 
wurden sie zuerst die Schüler der Etrusker, dann die freigebigen Gönner 
der Griechen. Wurde auch die Kunst ihnen nie so zur IIerzenssaehe, wie 
den Hellenen, denen sie von Anbeginn im Blute lag, so hat es doch nie 
ein Volk von Aristokraten gegeben, das einen so gediegenen Luxus mit 
edelsten Schöpfungen der Kunst getrieben hat, wie die Römer. 
Dass die Etrusker zuerst es waren, welche den Römern ihre Tempel 
bauten und mit Bildwerken schmückten, ist schon gesagt worden. Jener 
V olcanius aus Veji, welcher die plastischen Werke des capitolinischen 
Juppitertempels arbeitete (S. 216), ist nur Einer aus der grossen Zahl von 
etruskischcn Künstlern, die für Rom thatig waren. Aber neben dem Ein- 
fluss Etruriens begann zeitig auch die griechische Kunst sich Eingang in 
Rom zu verschaffen. Dennoch neigte sich in den früheren Epochen die 
ganze Alutfassung der Römer ohne Zweifel mehr dem Etruskischen zu. 
Die Ehrendenkma-lc, welche früh schon verdienten Bürgern öffentlich 
errichtet wurden, die Ahnenbildei" von gemalten Wachsmasken, welche 
jedes patrizische Haus bewahrte, alles dies deutet auf eine Vorliebe für 
portraitartige Auffassung hin, die ja auch in verwandter Weise bei den 
Etruskern hervortritt. Solchen Bedürfnissen zu genügen, War die etrus- 
kische Kunst ohne Zweifel geeigneter als die griechische. Die ersten 
griechischen Künstler, welche in Rom gearbeitet haben, sind Damophilos 
und Gorgasos; welche als berühmte Plasten und Maler den Tempel der 
Ceres beim Circus Maximus mit Gemälden und Bildwerken schmückten. 
Bis dahin, wird berichtet, sei an den römischen Tempeln Alles ctruskisch 
gewesen. Wenn die Ausschmüclqung des Tempels mit seiner Einweihung 
im Jahre 493 v. Chr. gleichzeitig war, so hatten wir allerdings ein frühes 
Datum für den Beginn griechischer Kunst in Rom. Wie dem aber auch 
sei, völlig zurückgedrängt wvurde durch solche vereinzelte Einflüsse die 
ältere etruskisch-italische Kunstweisc keineswegs. Als aber nach den 
Samniterkriegen durch die Eroberung des völlig hellenisirten Unter- 
italiens griechische Kunstwerke in grösserer Menge nach Rom kamen, 
blieb dies nicht ohne durchgreifenden Einfluss auf die künstlerische Tha- 
tigkeit in Rein.  Um diese Zeit (gegen 250 v. Ohr.) schuf dort Novius 
I-ilaulizzs, allem Anscheine nach ein Campaner, jene berühmte ficoronische 
Uista des Kirchefschen Museums in Rom, deren Flächen die schönste, 
von ächt griechischer Kunst eingegebene gravirte Zeichnung schmückt, 
während auf dem Deckel die kleine plastische Gruppe eines Jünglings und 
Liibkc, Geseh. der Plastik. 15 
Eintluss der 
Etmsker. 
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