Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1639394
DRITTES 
KAPITEL. 
Die Bildnerei 
bei 
den 
Etruskern. 
Unter den italisehen Stämmen ragen schon in ältester Zeit die Etrus- 
ker dureh besondere künstlerische Begabung hervor. Soweit wir tu-theilen 
können, sind sie den benqeliliarteil Völkersehaften in allgemeiner Kultur- 
entfaltnng früh vorausgeeilt. Ohne den hohen Idealsinn der Griechen trieb 
eine mehr nüehteln verständige Anlage, ein Talent der Aneignung und 
Nachahmung sie zeitig zu monumentaler Entwicklung der Architektur und 
zur Ausübung einer Reihe (lekerativer Künste. In grzruer Vorzeit gingen 
sie, wie wir (S. 62 ff.) gesehen haben, gleich den übrigen Küstenvölkern des 
Mittelmeer-es bei der hoehalterthümlie-hen Kultur des Orients in die Lehre. 
Phönikisrehe Sehiifer mögen es aueh hier gewesen sein, welche dimglitn- 
zenden Erzeugnisse orientalischer Kunstteehnilaen bei ihnen einführten; 
weiterer Handelsverkehr zur See wird sie dann in  Sinne 
mit Dem bekannt gemacht haben, was Aegypten und lilesopotannien im 
Bauen und Bilden erfunden hatten. 
Als aber die gelehrigen Völker des Westens anfingen, jener Schule 
des Orients zu entwaehsen, musste sieh bei ihnen ein selbständiger Schön- 
heitssiiul und mit ihm eine nationale Kunst entwickeln. Am frühesten 
und entsehiedensten trat diese Umwandlung bei den (lrieehen ein. Die 
hohe künstlerische Anlage jenes Volkes brachte es bald an die Spitze der 
Westliehen Nationen und VCPSOlIfLfFtB ihm die Führerschaft im Reiehe des 
Eintluss d 
Orionts. 
Umschwung. 
Geistes.   
Von dem Jiugenblieke war die Einwirkung griechischer Kunst auf 
die italisehen Stämme entschieden. Als vollends [lnteritalien (Gross- 
Griechenland) und Sicilien durch zahlreiche griechische Kolonien mit 
helleniseher Kultur (lurchdrungen wurden, musste wohl das übrige Italien 
dem Eintlnsse jenes an Intensität wie an Expansivkrztft überlegenen Volkes 
Wehrlos anheimfallen. Es fehlt nicht ganz an geschichtlichen Ueberlie- 
ferungen, die schon in früher Zeit jenes Abhängigkeitsverhältniss bezeich- 
nen. S0 wird uns von Plinius berichtet, dass bei Vertreibung des Herrscher- 
gesehlechtes derBakehiziden aus Korinth durch Kypselos (um G60 v. Chr.) 
die Künstler Eurhvir, Diopw und Euyranznzzzs mit DOIIHLHÜOS nach 
Italien ziusgewandert seien und die Kunst der Plastik ilorthin gebracht 
Griechische 
EinHuss.
        

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