Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1639196
Zweites Kapitel. 
Die griechische Plastik. 
Geschichtliche Entwicklung. 
195 
Erzgruppe der Sieben gegen Thcben, welche die Argiver zur Feier des 
über die Lakedämonicr erfochteneil Sieges von Oenoö in Delphi weihten. 
Sie scheint nur eine ruhige Zusammenordlunlg der charakteristisch aufge- 
fassten Heldengestalteil, keine dramatisch bewegte Scene enthalten zu 
haben.  
Von den übrigen Künstlern dieser Epoche sei zunächst noch der 
Erzbildner Arislodemors- erwähnt, dessen Technik und Kunstkreis ihn der 
peloldonnesisehen Kunst verwandt erkennen lässt. Sein Darstellungs- 
gebiet sehliesst Götter, Heroen, kurz alle idealen Gestalten aus und scheint 
ihn einer mehr natiualistischen Richtung zuzuweisen. Besonderes Interesse 
hat für uns die Erwähnung einer Statue des Fabeldiehters Aesop, denn 
da wir auch von Lysippos ein Bild desselben kennen, so wird auf eines 
dieser beiden Originale die vorzügliche Marmorstatue Aesops in der Villa 
Albani zu Rom zurückzuführen sein. In dieser zeigt sich das Krüppel- 
harfte, welches die Sage der Gestalt des alten Fabeldiehters beilegt, bis 
zum Absehreekenden wahr wiedergegeben; aber es avird von einem 
lierbenswvürdig feinen und dabei grundgescheuten Ausdrucke des Kopfes 
so beherrscht, dass es eher ein selt- 
  sames Interesse als Absehen erweckt. 
 1  z Dieser geistige Charakter steht, wie 
b  Brunn treffend bemerkt, nicht blos 
     in Harmonie mit jener körperlichen 
ü"; u Gebrechlichkeit, sondern er ist eigent- 
x.  i   lieh erst aus ihr entwickelt. Wir 
N1   M?) glauben einen jener fein- und scharf- 
Xfi ' I],  St); sinnigen Köpfe wirklich vor uns zu 
lY-Q7'  33, sehen, wie sie mit solchen krüppel- 
v   
k M haften Gestalten 1m Leben nicht sel- 
M?   ten verbunden sind. 
 wkhjifxzv   Endlich sei noch des als Ciseleur 
  äcß 5 K berühmten Boelhos aus Ohalketlon ge- 
xx U1":  (lacht, der durch den Charakter seiner 
f; J   i  Werke hieher zu gehören scheint, 
Wixwx-  I obwohl er nicht mit völliger Gewiss- 
 heit dieser Epoche zuzuschreiben ist. 
ä Wir wissen nur von drei Knabensta- 
F"? 82' Kühe "'l;isilfäf"s' nach Boäuml tuen und einer Hydria, die er gemacht; 
von den Knaben wird aber der Eine 
als naives Genrebild bezeugt, das uns in mehreren Wiederholungen noch 
vorliegt (Fig. 82). Es war ein kräftiger Knabe, der eine Gans, fast 
 13': 
Aristo- 
demos. 
Boiithos.
        

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