Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638874
Zweites Kap 
Die griechische Plastik. 
Geschichtliche Entwicklung. 
163 
kühne Neuerung dadurch begründet, dass er sie zuiffasste, als sei sie eben 
den Fluthen entstiegen und greife nach dem auf einer Vase neben ihr 
liegenden Gewande, während sie mit der Rechten selianihaft den Sehooss 
bedeckt. Dadurch erhielt der auf dem rechten Fuss ruhende Körper 
eine anmuthig leichte Bewegung, 
A] die in schönem Rhythmus den 
    Umriss der ganzen Gestalt be- 
   scelte. An dem Blick ihres Auges 
Afj-Ä    rühmte man den feuchten Schmelz 
  des Ausdrucks, der nicht sowohl 
.5   sehnsüchtiges Verlangen, als viel- 
 '  mehr die Fähigkeit zu weicher 
   112.5 1    
 rvr-i: "fix lnmpfindung verrieth. Leider ver- 
 jf lässt-EI  mögen alle Schilderungen und Lob- 
     preisungen uns niemals anna- 
     T  
  hernd eine Vorstellung von dem 
    grossen seelenvollen Ausdruck zu 
 "I:  geben dei aus diesen Yügen 
1-1.  4""  145W, r ,  r ' 1 
'    sprach. Dass Wl1' aber einen wahr- 
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W IHM] "s;  haft gottlichen, bei aller Hold- 
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k  1;" ß 3 1 seligkeit, bei aller weichen An- 
       
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4,1 1  11  mu- ioci l ea en iara' er uns 
l f L)?  ggf)! Nt vorzustellen haben, das lehren uns 
 ,1 [.1   Kopf und Obel-koppel. der mit 
 I; VQ  Recht berühmten Venus von 
1,1l fjfygüyllrk, Melos im Louvre zu" Paris (Fig. 
  f "  69). Dies ist das einzige "auf uns 
1;  .9     1:111   
  f '11  gekommene Aphroditebild, das 
5:  x41 t die Göttin darstellt und nicht 
   blos ein schones Weib. Der Macht 
1  1 "es, 1 w  
Iö-äl. "Jniicßl J; und GrOSSe der lformcn, über die 
k     C111 wwndhßhei- Reiz von Jugend 
    -111 und Schönheit ausgegossen ist, 
   cnts riclit d-  1  
mg m Aphrodite von Mehl Louvm P ei 71 eine,  hoheitvolle 
Ausdruck des Kopfes, der frei von 
  menschlicher Bedürftigkeit das ru- 
lllge Selbstgenügen der Gottheit verkündet. Die Herrlichkeit dieses Werkes, 
das trotz seiner Vorzüglichkeit doch keins der irgendwie bei den Alten 
berühmten gewesen ist, gestattet uns einen ahnenden Rüeksrhluss auf 
die Schönheit jener für immer verselnvundeiieii Meistersehöpfuiigen, welche 
Aphrodite 
von Mclos.
        

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