Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638669
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Zweites Buch. 
über den Genius eines Meisters zu staunen, der selbst in eine so gleich- 
artige, gebundene Bewegung die köstliehste Schattiruug zu bringen 
weiss. Ebenso bewundernsivürdig sind die R.eitersevl1:1a1'en, die mit 
ihrem feurigen Leben, ihrer leichten Haltung auf den muthigen Bossen 
immer neue Motive der Bewegung zeigen. So unversieglich ist die Er- 
findungsgabe des Meisters, dass unter all den Hund-orten von Gestalten 
nicht zwei einander gleiche getroffen werden. Einem grossen Musikei- 
gleich weiss er selbst das einfachste Thema zu wunderbarem Reiehthuni 
Jttergrupw 
vom Parthono 
Britisches Museum 
 
Schöpfer des 
Fricses. 
zu entfalten und aus unscheinbarem Kenne eine volle Blüthenprzlelit von 
Schönheit erspriessen zu lassen. 
Dass nur von Phidias selbst dieser Fries herrühren könne, wird 
schwerlich bezweifelt werden. Die Vollkommenheit der Zeichnung, die 
Zartheit der Umrisse, die Feinheit der Fläehenbehanrllung bei einem Re- 
lief, welches so iiaeh ist, dass es nirgend mehr als drei Zoll aus dem 
Grunde hervorspringt, das Alles deutet darauf hin, dass der Meister 
für einen grossen Theil des Fricses sogar die Modelle selbst vollendet 
habe. Man (larf nur z. B. bei einzelnen Reitern das Bein und den Fuss 
sehen, die hinter dem Rosse hervor sichtbar werden, diese fast hinge- 
hauchte und doch so unnachahmliche Wärme und Wahrheit der Natur, 
dies flüssige, weiche und doch so markige, elastische Leben der Glieder, 
um solche Werke des höchsten Meisters würdig zu halten. Indess (lürfen 
wir auch nicht verschweigen, dass in den der Westseitc angehörenden
        

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