Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638629
138 
Zweites B1 
Beobachter einleuehten. Phidias kann diese Metopen nicht selbst ent- 
worfen haben: vielmehr wurde wohl, nach lrkastsetzung des Inhaltes der 
einzelnen dlafeln, den verschiedenen Künstlern bei der Composition und 
der Ausführung derselben freie Hand gelassen. Einige dieser Seenei] 
sind unübertrefflieli eornponirt, voll Feuer und Kühnheit, meisterlich den 
Raum ausfüllend, und die Gestalten in grosser Energie, aber auch in edler 
Formvolleiulung behandelt, die selbst dem Halbthiere einen Hauch von 
Schönheit, ja ivon kraftvoller Anmuth leiht. Andere sind siehtlieh mit 
Mühe und nicht ohne Zwang in den Raum hineingestellt, ohne ihn an- 
gemessen auszufüllen; die Behandlung der 1301111011 hat etwas Strenges, 
52 und 
neu vom Parthexloml. 
Britisches Muscux 
Hartes, selbst Alterthüinlielies, die Bewegungen erscheinen theils eckig, 
theils ohne Sehwrlng, und den Kentaureil fehlt in den etwas wilden, lang- 
biirtigen Köpfen, wie in den Leibern ein edleres Gepräge. Die Ver- 
inuthung liegt nahe, dass solche 'l'afeln von Künstlern herrühren, die 
nmeh aus der ätlteren Schule stammten und dem Geiste der ileuen von 
Phidias gesehalfeniän Kunst nieht ganz zu folgen vermochten. Das sehr 
kraftxiolle, gegen zehn Zoll ausladende Relief, das in einzelnen 'l'heilen, 
 B. den Beinen, sieh völlig frei VOIIIIGiPIIINlG löst und eine staunens- 
wertlm Kühnheit der technischen Behandlung verrath, erinnert an die 
Reliefs vom Ülhesenstempel; (loeh sind an den schönsten Parthenon- 
metopen die Körper feiner (letaillirt, lebendiger entwickelt und schärfer 
modellirt als dort. Die weiblichen Gestalten sind (lurelnveg nicht so ge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.