Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638510
Zweites 
Die griechisx 
Plnsti 
Plnhvickl 
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Lykios.  Ebenso reiht sich CllCSB-Ill Künstlerkrcise Strongylion an, ge- 
schätzt wegen seiner trefflichen Darstellung von 'l"hieren, besonders von 
Stieren und Pferden. Von ihm war eine eherne Nachbildung des hölzernen 
trqjanischen Rosses," dessen elf Fuss lange Basis snnnnt der Weihe-Inschrift 
und dem Künstlernamen man im Jahre 1840 auf der Akropolis nieder 
entdeckt hat. Ausserdem werden von diesem Meister lllusenstatuexi, eine 
schöne Knabenfig1n' und eine als "sehönschenkelig" gepriesene Amazone 
erwähnt. 
Endlich sind zwei Künstler anzufügen, die sich in ganz besonderen 
selbstgeschatfenen Bahnen bewegen. [fallirlzlzclzos ist der eine, der "sich 
durch übertriebene Sorgsamkeit und Künstliehkeit der Ausführung be- 
merklieh machte, nie seiner Genauigkeit genug thun konnte und tiadurcli 
seinen ausgefeiltestten Werken, Statuen tanzender Lakonierinnen, allen 
Reiz der Unmittelbarkeit raubte. Seine Kenntniss, besonders sein tech- 
nisches Geschick wird hochgcrülunt, namentlich soll er in die Marmor- 
bcarbeitung die Anwendung des Bohrers ein geführt haben. Das Erechtheien 
besass von ihm einen kunstvollen goldenen Kandelaber, über welchem eine 
eheme Palme als Rauchfang bis an die Decke geführt war: ein Werk, das 
wohl mit der Vollendung des Ereehtheions bald nach 409 gleichzeitig ist. 
Ausserdem wird er als Erfinder des zierlich reichen korinthischen Kapitals 
genannt, was mit seiner ganzen Kunstrichtung wohl übereinstimmt. 
Sehr verschieden von ihm, und doch in gewissem Sinne verwandt 
erscheint endlich llcmetrios, der um 420 thätig war und ein bemerkens- 
werthes Beispiel davon liefert, wie hart an die höchste Idealitat eine krass 
realistische Abirrung der Kunst gränzen kann. Denn dieser Künstler war 
vornehmlich Portraitbildner, suchte aber in seinen Werken mehr die 
Aehnlichkeit, als die Schönheit zu erreichen, und verlor sich in eine klein- 
lich (lctaillire-nde, selbst das Hässliche nicht scheuende Ausführung. Seine 
Statue des korinthischen Feldherrn Pelliehos wird von Lucizxn so geschil- 
dert: "Ilast Du ihn wohl gesehen, den Dickbauch mit kahler Glatze, halb 
entblösst vom: (lewzmde, einzelne Haare des Bartcs vom Winde bewegt, 
und die Adern so ausgeprägt, dass er einem hlenschen gleicht wie er leibt 
und lebt?" Glücklicher Weise bewahrte der Genius der griechischen Plastik 
die damaligen Künstler vor einer Nachahmung (lieses nüchternen Realis- 
mus, und Demetrios steht nur als wunderliche Ausnahme unter seinen 
Zeitgenossen da.  
Die Denkmäler 
Athen. 
 Wenn wir" im Folgenden einen Blick auf die trolz aller Zerstörung; 
unvc1'gleivl1liallen Werke werfen, welche lediglich die 'l'empel Athens zu 
Nvorkstatt 
des 
Phidias.
        

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