Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638374
Zweimes Kapitol. 
Die griechische Plastik. 
Gcfchiu 
1c Entwicklung. 
113 
Noch ist endlich in ähnlicher Uebergangsstcllnng die treffliche Erz- 
statuette des Antikenkabinets zu Tübingen von um so höherer Bedeu- 
tung, du künstlerisch werthvolle Erzwerke dieser Frühzeit überaus selten 
sind. Sie stellt den Rosselenker Baton dar, welcher die Rosse seines 
Gefährten Amphiarzios vor dem Sturz in den Abgrund, der diesen ver- 
schlungen hat, zurückzuhalten sucht. llleisterhaft ist das Lebcnsvolle 
dieser Bewegung in einem scharfen, aber schon mit feinem Formverst-änd- 
niss durchclrnngenen Style zur Anschauung gebracht, so dass auch hier 
die alterthümliche Strenge von flüssigerem Naturleben (lurehhaueht wird. 
UDZC Zl 
ibingcn. 
PERIODE. 
ZWEITE 
Von der 
bis zum Ende 
Krieges. 
4TO_C. 400. 
kimonisehen Zeit 
des pcloponnesischen 
Den Wendepunkt zwischen der ersten und zweiten Periode der grie- 
chischen Geschichte bilden die Perserkriege. Das hellenisehe Volk hatte 
bereits in der vorigen Epoche durch unablässige Geistesarbieit sieh von 
allem asiatischen Einflusse freigemacht; es hatte auf allen Gebieten der 
Lebensthätigkeit dem Orient sieh abgewandt, ihm für immer den Scheide- 
brief geschrieben. In den Perser-kriegen erhielt diese Absage ihre blutige, 
Besiegelung.  Es galt, gegen die Uebergrifib der asiatischen Despotie die 
junge, in Griechenland aufgeblühte europäische Freiheit zu retten. Wie 
die Griechen diese höchste Aufgabe gelöst, das ist mit unvergänglichen 
Zügen in den Annalen der Geschichte verzeichnet; wie sie aber auch 
die volle Bedeutung, die ganze Tiefe derselben verstanden, das lesen 
wir noch jetzt in Aesehylos Persern und in Ilerodets imvergleiehliehen 
Geschiehtsbüchern.  
Die Perser 
kriege. 
Und als hätte es gegolten, nunmehr zu zeigen, welche Kultur die 
Barbaren im Keime zu zertreten gekommen waren, entfaltet unmittelbar 
nach den Perserkricgen der griechische Volksgeist seine volle-Herrlickeit. 
Im Staatsleben wie in Kunst und Wissenschaft lösen sich die Bande, und 
aus früherer Befangeilheit erhebt sich das griechische Leben zu höchster 
Freiheit und Schönheit. Athen, die Vorkämpferiii iir den grossen Be- 
freiungssclilachten, wird der Mittelpunkt dieser Bliithe. Seine Staats- 
männer und Helden Themistokles, Kimon und Perikles bereiten aller 
Kulturentfaltuiig die freie Bahn. Die grossen Tragiker Aeschylos und 
Sophokles feiern in idealen Schöpfungen die Grössc desdiellrlnischen Le- 
bens; die Gesehi(rhtsforsehung, und die Philosophie erheben sich zu freier 
Betrachtung und vollendeter Darstellung; die bildenden Künste endlich, 
Liihke, (ieseh. der Plastik. s 
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