Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638225
Zweites Buch. 
Künstler in 
Acgina. 
Künstler 
Athen. 
Die hohe Kunstblüthe Aegiilais knüpft sich in dieser Epoche seiner 
noch ungebrochenen Selbständigkeit und Freiheit hauptsächlich an die 
Namen des Kallon, dessen strenger Styl bei den Alten mit dem des 
Kanachos verglichen wird, und des Onatas, welcher an Bedeutung und 
Kimstvollendung die übrigen Meister Aegina's, nach einem Ausspruch des 
Pausanias, überragt zu haben scheint. Von ihm werden einige Werke 
bedeutenden Umfanges erwähnt; denn ausser mehreren Götterbiltlern von 
Erz schuf er zwei grosse Freigruppen, die als Weihgeschenke in Olympia 
und Delphi aufgestellt waren. In dem einen sah man die griechischen 
Helden vor Troja, wie sie im Begriff waren um den Zweikampf mit Hektor 
zu losen; in dem andern, welches einen Sieg der 'I'arentiner über die Peu- 
eetier verherrlichte, scheint der Leichnam des gefallenen Königs Opis den 
Mittelpunkt gebildet zu haben. Vergleicht man mit diesen Angaben die 
später zu besprechenden berühmten Statuengruppen vom Tempel zu 
Aegina, so kann man der Versuchung schwer widerstehen, dieselben auf 
Onatas zurückzuführenff) 
Endlich ist auch die Schule von Athen (lurch mehrere "namhafte 
Meister vertreten, nachdem dort schon seit alter Zeit, durch "die Düda- 
liden zum Mindesten, die Holzplastik eine lang andauernde Blüthe erlebt 
hatte. Wie in der früheren Zeit der kunstliebende Pisistratos hier grossc 
Unternehmungengefördert hatte, so ist es bezeichnend, dass in dieser 
Epoche die Vertreibung der Pisistratiden den "Anlass zur Errichtung 
mehrerer öffentlicher Denkmäler gab. So schuf Antenor Statuen der 
Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiten, welche von Xerxes im 
Jahre 480 entführt wurden; so War der Ilcldenmuth derGeliebten des 
Harmodios, die selbst auf der Folter nicht zum Gestandniss gebracht 
werden konnte, durch ein Denkmal von der Hand des [Inzplzilarafcs ge- 
feiert worden, welches in Anspielung auf ihren Namen Leäna in (lcstalt 
einer Löwin, und zwar am Aufgange zur Akropolis, errichtet war. So- 
dann werden als Zeitgenossen des Onatas und Agelzrdpas genannt Ilegias 
(Hegesias), der als Lehrer des Phidias erwähnt "wird, und die eng ver- 
bundenenMeister li'rz'tias' und Ncsiofes, welche ein neues Denkmal des 
Harmodios und Aristogeiton arbeiteten, das im Jahre 476 ziufgestcllt 
wurde. Wenn die Werke dieser drei Künstler von den Alten als zu- 
geschnürt, knapp, sehnig und trocken bezeichnet werden, so lässt sich 
daraus keine besondere Charakteristik der Einzelnen gewinnen, da dies 
ungefähr übereinstimmend die Eigenschaften sämmtlieher noch vorhan- 
dener Werke jener Epoche sind.     
S. 110. und 
N0. 52. 
k) Vergl. Ouerbecläs Gesch. d. gricch. Plastik I, 
satz in der Ziaitschr. f. Alterthumswisscnschaft 1856. 
dessell 
acn YcrT. A uf-
        

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