Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638207
Zvreitcs Buch 
Verschiedenheit angeordneten Haar-schmucke. S0 gehören diese treff liehen 
Werke zu den edelsten Kennen iteht griechischer Kunst. 
Zweiter Abschnitt. 
gegen 
C hr. 
Iilxcrcl 
schwu 
Wenn in dem bisher betrachteten Zeitraum einzelne locale Kunst- 
Kiiusll 
Sikya 
schulen schon in selbständiger Entfaltung und e]iarakteristisehrer Verschie- 
denheit sich ausprägten, so nimmt diese hlannic]ifaltigkeit gegen den 
Ausgang des sechsten Jahrhunderts einen noch schärferen, iiulividuellereii 
Zuschnitt an. Es war dies die Epoche, welche in Grieehenlaiul die letzten 
Reste der früheren Tlyrannis verschwinden und die läergrünrlung einer 
neuen Zeit im gesammten Leben der Nation sich vollziehen sah. Auf 
allen Gebieten geistigen Ringens faehte der lflaueh der Freiheit eine be- 
geisterte 'l"hatigkeit an, indem sie der Kraft des lüinzelnen einen höheren 
Schwung verlieh. Die lyrische Poesie nahm bei den Dorern und Äüüllläfll 
ihren Anfang und gipfelte gegen Ende dieser Epoche in den feier- 
lichen Hymnen Pindars. Zugleich entfalteten sieh in Attika die frischen 
Keime der Tragödie, welche bald durch die erhabene Gewalt des Aeschy- 
los sich zur höchsten Bedeutung steigerte. Von demselben Feuergeiste 
beseelt treten nun auch in der bildenden Kunst überall gefeierte llleister 
auf, deren scihöiafcvrische Thätigkcit nach den Berichten der Alten nun- 
mehr ein (lurchaus individuelles Gepräge gewinnt. Von den älteren 
Kunstschulen ausgehend, knüpfen sie überall an Früheres, Ueberliefertes 
an, bringen aber das Starre in lebendigeren Fluss, hauchen den Formen 
einen neuen Geist ein und führen in unablässigem Fortschreiten die Kunst 
bis dieht an die Schwelle, wo sie zur höchsten, freiestttn Vollendung sich 
aufsehwingen sollte. 
Der Sitz dieser Künstler und ihre vornehmste 'I'hittigkeit knüpft sieh 
auch jetzt an die bekannten Stätten der früheren Kunstübung. So hat 
Sikyon das Künstlerpaar Arisfoltles, der hauptsächlich als Stifter einer 
ausgezeichneten, lange fortblühenden Schule von Wichtigkeit ist, und 
Iümaclzos, der als bedeutender Erzbildner gerühmt wird, jedoch auch in 
andern Stoffen arbeitete, wie er denn für Korinth ein Gold-Elfenbeinbilil 
der Aphrodite und für Theben eine Apollostatue aus Holz schuf. Am 
wichtigsten für uns ist ein anderes und zwar ehernes Apollobild von seiner 
Hand, das sich im didymaischen Tempel der Branehiden bei Milet befand, 
und uns aus verschiedenen Nachbildungen so wie aus den Milesisehen 
Münzen bekannt ist. Da nun Pausanias diese Statue mit der thebanischen 
als völlig 
bildungvn 
üboreinstilnmend bqzuichnet, so gewinnlml wir aus (len Nach- 
eincn Anhalt für bQide Originale. Sowohl die llrlilusigclnen
        

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