Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1637176
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Es ist ein Versuch, den ich in diesem Buche nicht ohne Bedenken der 
Oefentlicltkeit übergebe. Was mich dazu ermuthigt, liegt in dem Unestantle, 
dass hiermit überhaupt zum ersten Male unternommen wird, eine Gesannnt- 
geschickte der Plastik zu schreiben. Seit Jahren hatte ich den Plan dazu 
gefasst; seit Jahren zu Hause und auf Reisen dafür gesanzmelt. Wohl hätte 
ich mit dem Abschluss der Arbeit noch geraume Zeit zögern mögen, um 
manche Litcke in meinen Anschauungen auszufüllen; allein mittlerweile wären 
mir die alten Eindrücke leicht verblasst und hätten sich mit dem neu Gewon- 
nenen kaum mehr zu frischem Flusse verbinden lassen. So itnterizaltm ich 
denn, das Werk zu einem vorläufigen Abschluss zu bringen und das Publikuna 
in den Mitbes-itz des bis jetzt Gewonnenen einzuführen.  
Nachdem uns für die gesammte Kunstgeschichte, seit dem ersten Aufbau 
derselben durch Kugler, eine fast unabsehbare Fülle neuen Stoyfes zuge- 
wachsen und die Betrachtung des wechselseitigen Verhältnisses der Künste 
rüstig gefördert worden ist, bedarf es kaum erst des Beweises, wie viel 
andrerseits an Kenntniss füris Besondere gewonnen werden muss, wenn man 
die einzelnen Künste aus dem Gesammtverbande löst und in getrennter For- 
schung ihrem Entwicktungsgange nachspürt. Für wichtige prinzipielle Fragen 
muss dies zur Vertiefung der Untersuchung und für den Ueberblick des 
Ganzen wieder zu neuen Gesichtspunkten führen. In dieser Ueberzeugung 
hab' ich das Feld des plastischen Schayfens in's Auge gefasst, das mir eine 
solche gesonderte Betrachtung vorzugsweise zu bedürfen schien. Denn hier 
hat sich am längsten die ausschliessliche Schätzung der Antike aufrecht ge- 
halten; und zwar mit gutem Grunde, weil in der antiken Scutptur ein absolut 
Vollkommnes erreicht ist, von dessen heitern Höhen man nicht gern zu den 
untergeordneten, minder allseitig befriedigenden Standpunkten der sptiteren 
Zeiten hinabsteigen mochte. Viel lockender war es dagegen, die Malerei 
zu gesonderter Betrachtung herauszuheben; denn hier konnte die Antike
        

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