Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638147
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Zweites Buch. 
ist wohl erhalten, mit Ausnahme der Beine von den Knieen abwärts; 
mager und scharf in den Formen, unterscheidet sie sich (lurch breite 
Schultern, kurzen Hals rmd breitere Gesiehtsbilrlung merklich von (len 
übrigen YVerken.  Eine andre Reihe von Denkmälern derselben Gattung 
weicht hauptsächlich darin von jenen ab, dass die Arme nicht herab- 
hätngen, sondern, offenbar um Etwas in den IIanden zu halten, vorgebogrcn 
sind. Dieser Art gehört jener crst roh vorgearbeitettx 34 Fuss hohe Koloss 
an, der noch heute in einem Steinbruche auf Naxos liegtt) , ebenso die 
auf Delos gefundenen Trümmer eines zerstörten Kolossalwerkes gleichen 
Umfanges; vor Allem aber die wichtige Erzstatue zu Paris im Louvre, 
zu Piombino gefunden, ein Werk, in welchem die alterthiiinliclie Strenge 
der Auffassung sich bereits mit höherem Formve1'stäi.ndniss und feinerer 
Durchbildung verbindet H).  
Den bisher betrachteten Werken gegenüber ist die attisehe Kunst 
durch eine sitzende ltlarlnorstatue, der Athena vertreten (Fig. 31), die zu 
Athen am Nordabhange der Burg ge- 
  funden, auf der Akropolis aufbewahrt 
   i wirdttt). Obwohl die Unterarme rmd der 
f,  6   Kopf zerstört sind und der linke Fuss 
iß i, i?  J  abgebrochen 1st, erkennt man doch an 
 i,   b dem langen Peplos mit seinen welligen 
i tl i"  Falten, mehr noch an der Aegis auf 
  11th , der Brust, die wohl mit einer gemalten 
tgbx Gorgonenmaske bedeckt war, die Göttin. 
H]  s, Die Formen sind weich und voll, die 
t   Haltung erscheint bei sanft zuriurkge- 
 . ä  lehntem Oberkörper, bei leise vertreten- 
  dem linken und etwas angezogenem 
 f  i  rechten Fuss, der sich nur auf den 
 Ballen der Zehen stützt, zwar ruhig, 
   aber doch keineswegs steif oder unge- 
Figlil. SitzendesAthenebild. Athen- lenk. Vielmehr entspricht die kaum 
merkliche Bewegung, welche die ruhige 
Stellung durchlalingt, sehr gut dem Eindruck einer milden, hoheitvollen 
Würde. 
 4') Iiuss, Inselreisen I: S. 39, mit Abbildung. 
H) Nach wiederholter genauer Iüüflmg der Statue llillfß ich Siß für ßlterll1ü1 
lieh, nicht für urclmistiseh. Vergl. die gTüllllllCllO Analyse bei  Gesr-h. 
griecli. Plastik. I. S. 1-13 (f. 
 Vgl.  Areh. Mittli. Taf. "l. Fig. l. Bessere Abbilmlnngerl, w 
drei Seiten, in Fallrclzcräv Mus. ef C1. Ant. I. zu S. 192.
        

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