Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638136
Zweites Kapitel. 
Die griechische Plastik. 
Geschieht] 
iche Entwicklung. 
89 
Wellenförmig abgetheilte Haar, das hinter den Ohrenin breiter Masse 
perüekenartig gekraust auf die Schultern herabfiillt, ferner die stark ver- 
springende Nase, die zurüekweichende Stirn und das flache, weit geölt"- 
11ete Auge, so haben wir etwa die Summe dessen, was nach der Ansicht 
der Alten ein dädalisches Götterbild ausmachte. Mit dieser alterthinn- 
liehen Befangenheit scheint die Genauigkeit und das scharfe Natur- 
faßu) studium in der Ausführuhg, sowie die tretlliche 
1 lllarmorteehnik in unvereinbarem Gcgensatze zu 
 stehen; doch begreift man wohl, dass die Kunst 
 sich bei Aufgaben dieser Art dem althergebrachten 
   geheiligten Typus anschloss, um ihren Werken eine 
S,   höhere Feierlichkeit und Würde zu verleihen. So 
,  I,  1st auch das eonventionelle Lächehi als ein Streben 
    QÄLVA aufzufassen, dem Bildwerke den Ausdruck des 
 53_  "f Lebens zu geben. Indess erkennt man, dass auch 
   ,  hier der Künstler die Fähigkeit noch nicht besitzt, 
  v. 11 den Körper in allen Theilen harmonisch auszubil- 
   den; die oberen Partieen erscheinen namentlich von 
   vorne leer im Vergleich mit den scharf und genau 
  ziusgeführten Beinen. Trifft dies Werk darin, soxrie 
 f in dem starken Anschwellen der Oberschenkel mit 
 oft, den sclinuntischcn Metopen und dem Relief von 
l  Sparta zusammen, so unterscheidet es sich von bei- 
i] i, den- auffallend durch das schlank Aufgeschossene 
i"   "s. des Körpers, das sich in allen Theilen, in dem ge- 
 reekten Halse, den abschüssigen Schultern, den 
FEE. m Apoll m" Tone". lang gezogenen Schenkeln und den fast gebrechlieh 
lllünchcn. dünnen Sehienbeinen ausspricht. Wie gross sind 
also schon bei der Kunst des sechsten Jahrhunderts 
die Unterschiede, ja Gegensätze innerhalb der hellenisehen Bildnerei! 
Von (len veiwvalidteii Werken kommt ein auf der dorisehen Insel 
'l'hera gefundenes, jetzt im Thescustemlael zu Athen aufbewahrtes dem 
vorigen am nächsten, obwohl es als weicher und ileischiger in Behand- 
lung der Form bezeichnet wirdt). Ebcndort ist ein unvollendet in einem 
Steinbruch zu Naxos gefundenes, ganz ähnliches lüxemplar. In dieselbe 
Reihe gehört sodann eine kürzlich zu Megara entdeckte. und eine eben- 
falls llClHflYllDgS bekannt gemachte Statue zu  Letztere 
A1 
Apoll 
lere 
wbildcr. 
k) (Ynnsv und Jlivlrzrrrlisr, n. n. O. S. '79 
"Ü Ebenda, S. 79. mit Abbildung Tnv.
        

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