Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636711
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1638098
Zweites K; 
lpitel. 
Die griechische Plastik. 
Geschichtliche Entwicklung. 
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bewegte Gruppe sich findet. Eine zahlreiche Schule von Bildhauer-n, die 
ihren Sitz in Sparta hat, geht von ihnen aus. Umgekehrt sehen wir um 
dieselbe Zeit einen Künstler des Peloponnes auf einer kleinasiatischen 
Insel thätig: es ist Snzilis aus Aegina, der für den Ileratcmpel zu Samos 
das Holzbild der Göttin machte. Für den 'I'empel derselben Göttin zu 
Olympia arbeitete er die auf 'l"hronen sitzenden Gestalten der Horen aus 
Gold und Elfenbein.  Von einem andren berühmten Werke der näm- 
lichen Epoche, dem Thron des Apollo zu Amyklae im Gebiete von 
Lakediiinon, kennen wir weder die technische Beschaffenheit noch die 
Forum?) Es war eine kunstvolle Arbeit, reich mit Reliefseenen aus der 
Götter- und Heroensage geschmückt; ausserdem waren an allen Theileil 
selbständige Bildwerke, an den Füssen zwei Horen und zwei Grazien, 
an den Armlehnen 'I'ritoncn und andre Gestalten, an der Rücklehne die 
Dioskuren angebracht. Obwohl wir aus der ungeordneten und undeut- 
liehen Beschreibung des Pausanias keine klare Anschauung von dem 
ganzen Werke erhalten, steht doch so viel fest, dass es eine Schöpfung 
von grosser künstlerischer Bedeutung gewesen sein muss. Bathykles von 
Hagnesia, also wieder ein kleinasiatischer Meister, war mit einer Anzahl 
andrer Künstler allem Anschcine nach zu diesem Werke berufen werden; 
als es vollendet war, weihte der hleister zum Gedäehtniss dessen die 
(irazien und ein Bild der Artemis Leukophryne.  
Fragen wir mm, was uns an Denkmälern aus einer Epoche voll 
reger Tätigkeit und vielseitiger Entwicklung erhalten ist, so fallt das 
Ergebniss ziemlich dürftig aus. Die meisten jener hoehalterthümlichen 
Werke waren durch die Vergänglichkeit oder die Kostbarkeit ihres 
Materiales dem sicheren Untergange geweiht. Wohl ünden sich auf ver- 
schiedenen Statten althelleniseher Kunstübilng noch heute zahlreiche 
kleine Bronzefigürehen von alterthüniliehein Gepräge: allein der geringe 
Kunstwerth dieser handwerklichen Erzeugnisse gestattet nicht, sie als 
mzuissgebenil für die künstlerische Fähigkeit ihrer Zeit zu betrachten. 
Dagegen haben sich zum Glück einige Steinseulpturen erhalten, die 
NVClligXSUäDS für die Kunst des sechsten Jahrhunderts eine werthvolle 
Anschauung gewähren. Am strengsten und alterthümlichsten sind die 
Metopenreliefs des mittleren Burgtcmpels von Selinunt, jetzt im Mu- 
seum zu Palermo (Fig.i27 und 28). Ausser mehreren BITIClISt-llCBOII 
sind es zwei vollständig erhaltene llletopenrcliefs mit Darstellungen aus 
der lleroensage. Auf dem einen hält Perseusim Beisein der Athena das 
Smilis. 
Bnthyhles 
Erhaltene 
Dcnlunlilcr. 
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k) Pmlxalz. 
im Rhein. Mus. 
Ueber 
vergl. 
die Anordnung der Bildwcrke 
II  
Brunn
        

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