Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633202
umbro-Horentinischen 
Die 
Meister. 
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Melozzos erkennen, so sieht man in der Folge den Einfluss des 
grossen Meisters von Forli mehr und mehr schwinden, so dass er 
schon in dem Altarwerk der Zoccolanti zu Matelica von 1501 als 
der faustfertige Provinznmaler erscheint. Die bunte Farbigkeit und 
Vorliebe für Nebensachen lässt es kaum mehr glauben, dass sich 
seine Inschrift aufl den verdienstlichen Fresken der Capella Feo 
zu SS. Biagio e Girolamo in Forli auf mehr als den Vordergrund 
bezieht (K1. B. 195). Von seinen zahlreichen Altarbildern sind 
auch einige nach Deutschland nämlich Berlin und München (K1. 
B. 531) gelangt, zwei Madonnen in Rom (Lateran) und England 
(Northhampton) aber lassen ersehen, dass der Maler noch 15 37 
thätig war, ohne zu irgend einem Fortschritt sich aufraffen zu 
kännen. 
Als einer der Wichtigsten Vertreter der in Rede stehenden 
Gruppe erscheint Luca d' Egidio di Ventura de'Signore11i, 
kurzweg Luca Signorelli genannt. Um 1441 zu Cortona 
geboren, empfmg er seinen ersten Unterricht bei Lazzaro Vasari, 
dem Urgrossvater des bekannten Künstlers und Kunstgeschichts- 
schreibers Giorgio Vasari, oder vielleicht. bei Fiorenzo di Lorenzo, 
zu Perugia, und seine weitere Ausbildung bei Piero della Fran- 
cesca, womit sieh schliesslich EinHüsse des A. Pollajuolo und 
A. Verrocchio verbanden. Von seinen früheren Werken ist die 
zGeisselungw in der Brera zu Mailand noch ganz im Geiste Pieros 
gehalten, während die beiden wMadonnene in den Uffrzien und in 
Pitti zu Florenz, wie seine xEngel, Apostel, Evangelisten und 
Kirchenvätere darstellenden Fresken in der Casa Santa. zu Loreto 
die Horentinischen EinHüsse bereits im Übergewichte zeigen. 
Sein um 1480 gemaltes Wandbild in der Sistina zu Rom, Scenen 
aus der vGeschichte Mosisa enthaltend, steht nur mehr dem Werke 
D. Ghirlandajos daselbst nach, dessen Schünheit seine rnanchmal 
übertriebene und schwere Formensprache und harte Korhposition 
nirgends erreicht, wenn er auch eine hühere dramatische Kraft 
zu entfalten vermag. Wieder in die Heimat zurückgekelart, lieferte 
er bedeutende Staffelei-Arbeiten in der vMadonnac von 1484 (von 
Arezzo in den Dom von Perugia versetzt, in der wBeschneidung 
Christix (aus Volterra nach Hamilton Castle bei Glasgow gelangt), 
in den beiden xMadonnena von 1491 im Dom und in S. Francesco 
von Volterra, in der Kreuzigung zu S. Spirito in Urbino, in dem 
zSebastiansbilda von 1496 in S. Domenico zu Cittä di Castello 
und in dem Altarwerke von 1498 für S. Agostino zu Siena, von 
welchen sich nur die beiden Flügel mit Heiligengestalten (Galerie 
zu Berlin) erhalten haben.
        

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