Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633182
Die 
umbro-H orentinischen 
Meister. 
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darstellend, zeigt den ganzen Ernst seiner künstlerischen Be- 
strebungen. Noch mehr aber sein bald darauf entstandenes 
Hauptwerk, der cyklische Wandschmuck des Chors von S. Fran- 
cesco in Arezzo mit den Darstclhlngen aus der xKreuzeslegendea, 
unter wclchen des Kaisers Heraclius xWiedereroberung des 
hl. Kreuzes ans den Händen des Persers Chosroesca, auf zwei 
Wandstreifen in iigurenreichem Gedränge sich hinziehend, die 
hervorragendste Rolle spielt. Die packende Wahrheit und Un- 
mittelbarkeit der Szene, bedingt durch eine gründlich erfasste 
Linien- und Luftpcrspcktive, wic durch ein gereiftes Verständnis 
für Verkürzung und Schattenverteilung, erhebt das Werk weit über 
Uccellos Schlachtenbildcr, während das meisterlich beherrschte 
Kolorit in dem Mcistcr bereits den Begründel" der Freilichtmalerei 
erkennen lässt. 
Von seinen Tafelbildern zeigt die wMatcr Misericordiaea in 
der Spitalkirche von Borgo S. Sepolcro noch umbro-sienesische 
Nachklänge. Auf seiner vollen Hühe dagegen erscheint der 
Künstler auch als Tafelmaler in der wTaufe Christica ans S. Gio- 
vanni in Borgo S. Sepolcro, jetzt in der Nationalgalerie zu London 
(K1. B, 319) in der xAufcrstehung Christie der städtischen Samm- 
lung zu Borgo S. Sepolcro (K1. B. 188), in dem whl. Hieronymusx 
in der Akadelnie zu Venedig, in der wGeisselung Christia in der 
Domsakristei zu Urbino, in der xadorierenden Wadonnaa der Sammlung 
Duchatel in Paris (K1. B. 674) und unter den Bildnissen in dem hoch- 
interessanten Porträtpaare des vHerzogs F ederigo da Montefeltro 
von Urbino und seiner Gemahlin Battista Sforza (T 1472)4( (K1. B. 
446, 445) mit den allegorischen Reversen (K1. B. 451,452). In 
seinen letzten Jahren durch Gebrechlichkeit an der Ausübung seine! 
Kunst gehindert, schcnkte Piero der Welt noch seine wProspectiva. 
pingendix, in welcher er ein thcorctisches Syste1n entwickeltc, das die 
bezügliche Einsicht aller seiner Zeitgenossen überbot. Er starb 149 2. 
Ob Barto 1 o m e o C o rradini, nach seinem Münchs- 
namen als Dominikaner Fra. Carn ovale, als Schüler Pieros zu 
betrachten sei, erscheint durch das dem Carnovale zugeschriebene 
Madonnenbild pieresken Charakters in der Brera zu Mailand nicht 
vüllig gesichert. Einen anderen urkundlich gesicherten Schüler 
Pieros aber, nämlich den Lorentino d'Ange1o von Arezzo, ver- 
mügen wir nicht durch erhaltene Werke zu charakrerisieren. 
Dagegen erscheint ein dritter erst in neuerer Zeit vollauf 
gewürdigter Meister vorwiegend unter Pieros Einfiuss gebildet, 
wenn er auch zunächst den Unterricht eines- Mitgliedes der Schule 
von Padua, Ansuino da Forh, empüng, nämlich Melozzo da
        

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